Sechs Tage vor der Abgeordnetenhauswahl meldet die Berliner Linke einen kräftigen Mitgliederzuwachs. Seit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonntag seien 350 Menschen neu in den Landesverband eingetreten. Damit zählt die Partei nach eigenen Angaben inzwischen 19.020 Mitglieder.
Bundesweit ist der Zulauf noch größer. „Weit über 1000 Menschen“ hätten sich seit der Wahl in Sachsen-Anhalt für einen Eintritt entschieden, sagte Linken-Chefin Ines Schwerdtner der Berliner Zeitung. Für ihre Partei komme das zur richtigen Zeit: „Was für ein krasser Wahlkampf-Booster für Berlin!“
Schwerdtner: „Dem Rechtsruck entgegensetzen wollen“
Schwerdtner führt den Zulauf ausdrücklich auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt zurück. Dort hatte die AfD 43,8 Prozent erreicht und damit ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppelt. Die Linke selbst kam auf 8,6 Prozent und verlor gegenüber der vorherigen Landtagswahl Stimmen.
„Dass sich unsere Mitgliederzahl in so kurzer Zeit erhöht, kommt nicht von ungefähr“, sagte Schwerdtner der Berliner Zeitung. „Auch bundesweit haben sich weit über 1000 Menschen seit der letzten Woche entschieden, bei uns mitzumachen, weil sie dem Rechtsruck und einer Politik, die soziale Ungleichheit verschärft, etwas entgegensetzen wollen.“
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Linke wächst in Berlin auf mehr als 19.000 Mitglieder
Der Mitgliederzuwachs beschleunigt einen Trend, den die Berliner Linke bereits seit Monaten verzeichnet. Zu Jahresbeginn zählte der Landesverband 17.111 Mitglieder, Mitte Juli waren es 18.065. Mit nun 19.020 Mitgliedern ist die Partei seit Jahresbeginn damit netto um rund 1900 Mitglieder oder gut elf Prozent gewachsen.
Für den Wahlkampf ist allerdings nicht allein die Zahl der Parteibücher entscheidend. „Besonders freut mich, dass viele der neuen Mitglieder nicht nur ein Parteibuch haben wollen, sondern direkt aktiv werden“, sagte Schwerdtner. Dadurch steige auch die Zahl der Haustürgespräche in den letzten Tagen vor der Wahl.
Landesgeschäftsführer Björn Tielebein formuliert es noch drastischer: „Uns rennen die Leute die Türen ein.“ Viele Menschen wollten sich nach Sachsen-Anhalt „nicht mit einem weiteren Erstarken der Rechten abfinden“. Die zusätzlichen Mitglieder kommen für die Partei zu einem entscheidenden Zeitpunkt: In den letzten Umfragen vor der Berlin-Wahl kämpft die Linke mit der CDU um Platz eins.
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