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Musk beim AfD-Wahlkampfauftakt: „Menschen sollten darauf stolz sein, dass sie Deutsche sind“

Beim Wahlkampfauftakt der AfD in Halle sind über 4000 Teilnehmer dabei. Die Polizei nimmt etliche Gegendemonstranten fest. Unsere Reporterin ist vor Ort.

Christian Gehrke Sophie-Marie Schulz Team News Sophie-Marie Schulz/Christian Gehrke
6 Min
Elon Musk wurde beim AfD-Wahlkampf-Auftakt in Halle live zugeschaltet.

Elon Musk wurde beim AfD-Wahlkampf-Auftakt in Halle live zugeschaltet.

© Hendrik Schmidt/dpa

Die Polizei in Halle/Saale ist wegen der Auftakt-Veranstaltung des Bundestagswahlkampfs der AfD am Samstag im Großeinsatz. Auf dem Messegelände sind rund 4000 angemeldete Teilnehmer. 8000 Gegendemonstranten sind laut Beobachtungen nach Halle gereist. Die Polizei nahm etwa 20 Demonstranten fest. Sie hatten im Vorfeld versucht, eine Absperrung zu durchbrechen und die Teilnehmer bei der Anreise mit dem Auto zu behindern. Völlig überraschend wurde US-Milliardär Elon Musk am Nachmittag zugeschaltet. Doch dazu später mehr.  

Teilnehmer der AfD-Veranstaltung mussten sich vorher ein Ticket besorgen und standen nun an, um zum Start um 12 Uhr in der Messehalle zu sein. Auch andere AfD-Sympathisanten wollten in die Halle, wurden aber nicht reingelassen, wenn sie kein Ticket hatten.  Polizei und Security wirkten überfordert, die Lage war angespannt, aber ruhig. Maximilian Krah und die beiden AfD-Parteichefs Tino Chrupalla und Alice Weidel waren unter den Gästen und hielten am Nachmittag Reden.

AfD-Wahlkampfauftakt: Lange Schlangen vor der Halle

Auch knapp eine Stunde nach dem offiziellen Beginn der Veranstaltung standen die Teilnehmer sich die Beine in den Bauch. Die Schlange an der Jackenabgabe wuchs, vor der Messehalle standen ebenfalls Hunderte Menschen. Viele trugen blaue T-Shirts mit AfD-Logo. Andere trugen einen Anzug. Einige wenige kamen in Jogginghose. Trotz der langen Wartezeit war die Stimmung gut. Immer wieder fielen sich Teilnehmer in die Arme. „Wir schreiben die Geschichte neu“, sagte ein Mann zu einem Mitarbeiter und reicht ihm seine Jacke. Er freute sich, hier zu sein, sagte er. „Meine erste große AfD-Veranstaltung“, fügte er hinzu. Auf die Reden von Alice Weidel und Tino Chrupalla, die für 16 Uhr angesetzt ist, freute er sich am meisten. Dass er mehrere Stunden warte musste, um endlich die Halle betreten zu können, störte ihn nicht.

Um 13:15 Uhr öffneten sich die Türen zum großen Saal, indem Rede gehalten wurden. Das Licht war ausgeschaltet, der Saal fast stockdunkel. Einige Rennen nach vorne, in Richtung Bühne. „Ich will den besten Platz“, brüllte ein Mann. Auf den Sitzplätzen der 4000 Teilnehmer lagen Deutschlandfahnen, Pappherzen mit der Aufschrift „Kanzlerin der Herzen“, blaue Caps mit dem Schriftzug „Alice für Deutschland.“ Als eine Teilnehmerin sich setzte, riss sie die Deutschlandfahne an sich. „Das nehm ich alles mit! Das hänge ich mir auf.“

Draußen vor der Tür – in der Smoking Lounge – wurde nicht nur geraucht, sondern auch über die Flüchtlingspolitik diskutiert. Einige waren sich uneins, welche Länder ein „geeigneter Partner“ sein könnten. „Ungarn? Möglicherweise, ich bin mir nicht sicher“, sagt ein Mann zu seiner Gesprächspartnerin. Andere Teilnehmer spekulierten lieber, wer heute noch auf der Bühne eine Rede halten wird. Mit einem Bier in der Hand wird diskutiert, mal über Aschaffenburg, dann über den nächsten Sommerurlaub.

AfD-Auftaktveranstaltung: Chrupalla vergleicht Friedrich Merz mit Joe Biden

Nach knapp zwei Stunden folgte die erste Pause. Im Messebereich vor dem Veranstaltungsaal ist ein AfD-Stand aufgebaut. Kugelschreiber und Infoblätter wurden verteilt. Aber ist nicht schon jeder, der hier ist, Mitglied der AfD? „Nein“, erklärte ein Mann am Stand. „Jeder, der von der AfD zur Veranstaltung eingeladen wurde, konnte mindestens eine Person mitbringen.“ Somit könnte es sein, dass sich erst heute die ein oder andere Person zur AfD „bekennt und Mitglied wird.“

Neben den für Messen üblichen Essens- und Getränkeständen fiel ein kleiner Stand ins Auge. „Wohnen am Goldsee. Außerhalb der EU“, stand auf einer Infotafel. „Wir bauen aktuell 100 Villen für Familie, Unternehmer und Senioren, die sich endlich wieder sicher fühlen wollen“, erklärte ein Mann, während er fleißig Flyer verteilt. Er deutet auf Fotos, die eine animierte Wohnsiedlung zeigen. Reihenhäuser in Bosnien-Herzegowina. Am Goldsee. „In diesen Häusern können sie frei sein und ein glückliches Leben führen“, fügt er hinzu. Wieso er auf einer Wahlkampfveranstaltung der AfD für sein Projekt wirbt? „Ich wurde angeschrieben und gefragt, ob ich einen Stand haben möchte“, erklärte er. „Da habe ich natürlich sofort zugesagt.“

Gegen 15 Uhr, nachdem bereits einige Reden gehalten wurden, betrat Co-AfD-Chef Tino Chrupalla die Bühne. Die Teilnehmer der Veranstaltung springen von ihren Stühlen. „Was für ein Bild“, begann Chrupalla. Dann holte er zum Rundumschlag gegen die jetzige Bundesregierung und Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz aus. „In Österreich kann Friedrich Merz sehen, was passiert, wenn man gegen den Wählerwillen an einer Brandmauer festhält“, so Chrupalla. Er legt nach: „Wer CDU wählt, wählt Friedrich Merz. Wer Merz wählt, wählt den Krieg. Friedrich Merz ist der Joe Biden Deutschlands.“

„Bleiben wir gesichert unbequem“, sagte Chrupalla am Ende seiner Rede und verlässt unter Applaus die Bühne. Alle Teilnehmer stehen auf und jubeln ihm zu.

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Elon Musk zugeschaltet: Darum unterstützt er die AfD

Um 16:15 Uhr, nach der Pause folgte der Auftritt von Alice Weidel. „Was für eine großartige Stimmung. Ich liebe euch“, sagt sie und wird von den lauten Jubelrufen übertönt. „Ich werde jetzt auf Englisch wechseln, weil ich jemanden im Ohr habe“, sagt die AfD-Kanzlerkandidatin und auf einem Bildschirm erscheint das Gesicht von Tech-Milliardär Elon Musk. Er wurde am Nachmittag zugeschaltet.

„Die AfD ist das beste für Deutschland“, sagt  Elon Musk. Weidel schweigt und nickt. Die Menschen im Saal sind außer sich. „Kannst du die Menschen sehen“, fragt Weidel. „Ja, kann ich“, antwortet er. „Wir lieben dich“, entgegnet Weidel.

Elon Musk bei AfD-Event: „Ihr seid die Zukunft Deutschlands“

Elon Musk saget: „Ihr seid die Zukunft von Deutschland. Sprecht mit den Menschen. Es muss sich etwas ändern. Diese Wahl ist extrem wichtig. Die Zukunft der Zivilisation hängt an dieser Wahl. Geht raus und überzeugt die Menschen, dass sie für die AfD wählen sollen.“

Der Unternehmer beklagte, es gebe „zu viel Fokus auf vergangener Schuld“, man müsse das hinter sich lassen. Kinder sollten nicht schuldig für die Sünden ihrer Urgroßeltern sein, sagte er und rief zu Optimismus auf. Weidel wäre seiner Ansicht nach als Kanzlerin sehr gut für Deutschland. Die AfD habe seine volle Unterstützung und - so glaube er - auch die Unterstützung der Trump-Regierung.

Weidel ruft „Fight, Fight, Fight“ und beendet das Gespräch mit Musk. „Leute, ihr habs gehört. Die Amerikaner machen ihr Land wieder groß und wir in Deutschland machen unsere Heimat wieder groß. Make Germany Great Again.“

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