Ab dem 6. März 2026 wird der gesamte Verkehr auf der Agra-Brücke in Markkleeberg auf den östlichen Brückenzug umgeleitet. Pro Fahrtrichtung steht den Verkehrsteilnehmern dann nur noch eine Spur zur Verfügung. Das teilte das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit. Der westliche Brückenzug wird bis auf Weiteres für den Verkehr gesperrt und anschließend als erster Teil der Brücke abgerissen.
Weiterhin gilt eine strikte Gewichtsbeschränkung von 3,5 Tonnen für die Brücke. Diese Begrenzung sei entscheidend dafür, dass die Agra-Brücke die Verkehrslasten bis zur Fertigstellung eines Ersatzneubaus aufnehmen könne, heißt es in der Mitteilung. Fahrzeuge mit einem höheren Gesamtgewicht dürfen die Brücke nicht befahren.
Damit die östliche Brückenhälfte die gesamte Verkehrslast allein tragen kann, wurde eine aufwendige Unterstützungskonstruktion errichtet: Insgesamt 408 Stützen wurden in kurzer Zeit unter dem Bauwerk installiert, die die Brücke von unten zusätzlich abstützen und so die Standsicherheit gewährleisten. Die Markierungsarbeiten auf der Brücke selbst sind laut Angaben der zuständigen Behörden bereits abgeschlossen. Weitere Markierungen in den Kreuzungsbereichen am Goethesteig und an der Seenallee sollen bei geeignetem Wetter folgen.
Agra-Brücke in Markkleeberg muss abgerissen werden
Nachdem die Carolabrücke in Dresden teilweise eingestürzt war, kamen viele Brücken in Sachsen auf den Prüfstand. Am 17. November 2025 informierte das Sächsische Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung über Schäden an der Agra-Brücke. Es sei ein außerordentlich kritisches Schadensbild festgestellt worden. Das marode Bauwerk muss durch einen Ersatzneubau an selber Stelle ersetzt werden, hieß es.
Die Agra-Brücke muss ersetzt werden: Auch eine Tunnelvariante ist im Gespräch.
© Jan Woitas/dpa
Nach aktuellem Planungsstand soll bis 2027 der westliche Brückenzug abgerissen und erneuert werden, 2029 soll dann der östliche folgen. Die vollständige Fertigstellung des Neubaus ist für 2031 geplant. Das sächsische Infrastrukturministerium rechnet mit Baukosten von rund 50 Millionen Euro, die vollständig vom Bund übernommen werden. Die Brücke ist Teil der Bundesstraße B2.
Der geplante Ersatzneubau ist nicht unumstritten. Während der Freistaat Sachsen einen Brückenneubau bevorzugt, fordern die Städte Leipzig und Markkleeberg aus Landschaftsschutzgründen einen Tunnel, da die Hochstraße den Park seit Jahrzehnten zerschneidet.
Carolabrücke in Dresden: So läuft der Wiederaufbau nach dem Einsturz
Die Agra-Brücke entstand zwischen 1970 und 1976 und überspannt mit ihren 357 Metern den Agra-Park am Stadtrand von Leipzig. Doch das Bauwerk gilt als marode. Es enthält den sogenannten Hennigsdorfer Spannstahl – ein Material, das zusammen mit 18 weiteren sächsischen Brücken verbaut wurde und seit dem Teileinsturz der Dresdner Carolabrücke verstärkt in den Blickpunkt gerückt ist.
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