AIDS-KONFERENZ - Mehr Prävention soll die Therapie-Erfolge im Kampf gegen die HIV-Infektion ergänzen. Ein Impfstoff ist nicht in Sicht, große Hoffnung ruht auf den neuen Mikrobioziden, die Frauen schützen.

Es fehlt das Geld für Arzneimittel

Gerd Braune
2 Min

TORONTO. Jeden Tag sterben weltweit 8 000 Menschen an Aids, 13 000 Menschen infizieren sich mit dem HIV-Virus. Doch zu ihrer Behandlung fehlt meist das Geld. In den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas erhalten nur 1,6 Millionen Infizierte die benötigten Medikamente. Das sind nur 20 Prozent der Betroffenen. Wir brauchen massive Investitionen", sagt Bernhard Schwartländer vom Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria.Der Fonds, der Aids-Projekte in Entwicklungsländern koordiniert, speist sich aus freiwilligen Einzahlungen. Auf 1,1 Milliarde Dollar wird der Bedarf in diesem Jahr geschätzt, "aber wir haben nur rund 600 Millionen Dollar", sagt Schwartländer. Für die Kranken hätte das katastrophale Folgen. Ohne sichere Finanzierung können Entwicklungsländer mit den Pharmafirmen keine günstigen Preise für Aids-Medikamente aushandeln.Laut UN stiegen die weltweiten Ausgaben für den Kampf gegen Aids von 300 Millionen Dollar 1996 auf 8,3 Milliarden Dollar im Jahr 2005. Für die Zukunft werden jährlich rund 20 Milliarden Dollar benötigt. Geld, dass Staaten, Organisationen und Privatspender bisher nicht zugesagt haben. Allein für das Jahr 2007 fehlen acht Milliarden Dollar.Steuer auf FlugticketsZuletzt haben die G8-Staaten zugesagt, den Globalen Fonds zu unterstützen. Ein leeres Versprechen, rügen Aids-Aktivisten. Wenn die Industriestaaten ihre Verpflichtung erfüllen würden, 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe auszugeben, könnte die Finanzierungslücke geschlossen werden, sagt Schwartländer. Deutschland liegt bei den Zahlungen im unteren Mittelfeld. Bisher beläuft sich Deutschlands Zusage an den Fonds für 2006 auf 88 Millionen Dollar, für 2007 auf 117 Millionen Dollar. Hinzu kommt die von Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul in Toronto angekündigte Aufstockung der Mittel für die Aids-Bekämpfung auf 400 Millionen Euro."Die G8 muss ihre Beiträge drastisch erhöhen", fordert der UN-Aids-Beauftragte Paul DeLay. Ein Beispiel, neue Mittel zu erschließen, könnten die Spendenaktionen von Unicef sein. Auch die von Frankreich erwogene Steuer auf Flugtickets sei eine Chance. (gbr.)

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner