Fluggesellschaften erweitern ihr Angebot in den teuren Reiseklassen und nehmen dafür auch weniger Sitzplätze pro Flugzeug in Kauf. Air France investiert über fünf Jahre eine Milliarde Euro in Kabinen, Lounges und besseres Wlan. British Airways will in ihren Airbus-A380-Flugzeugen mehr Platz für die teuren Reiseklassen schaffen und dafür die Gesamtzahl der Sitze verringern. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.
Auch die Lufthansa-Tochter Eurowings setzt auf teurere Sitze. Ab 1. Dezember sollen sie auf Flügen von Berlin nach Dubai zum Einsatz kommen. Ob wie ursprünglich geplant alle acht Airbus A320neo damit ausgestattet werden, prüft das Unternehmen noch, wie das Fachportal airliners.de berichtet.
Die Fluglinien reagieren damit auf steigende Kerosinpreise und die Zurückhaltung von Reisenden mit kleinem Budget. Laut Reuters hat sich der Preis für Flugzeugtreibstoff seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt – eine Folge des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran. Kerosin macht 30 bis 40 Prozent der Kosten von Fluggesellschaften aus. Der Luftfahrtverband Iata rechnet damit, dass das Passagieraufkommen 2026 um 2,1 Prozent steigt. Im Vorjahr waren es 5,3 Prozent.
Air France investiert in Luxus
Die französische Fluggesellschaft bietet ihren First-Class-Kunden am Pariser Flughafen einen separaten Zugang, eigene Sicherheitskontrollen und einen Fahrdienst bis zum Flugzeug. An Bord stehen private Suiten zur Verfügung. Ein Hin- und Rückflug von Paris nach New York kostet in dieser Klasse ab knapp 14.000 US-Dollar.
Bei Air France-KLM entfielen 2025 insgesamt 28,1 Prozent des Umsatzes auf die First und Business Class, nach 26,9 Prozent im Vorjahr. Die Einnahmen aus der Economy Class hingegen stagnierten.
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Nach Angaben des Fachmagazins Aviation Week ist die neue First Class inzwischen in 19 Boeing 777-300ER mit jeweils vier privaten Suiten verfügbar, unter anderem auf Flügen zwischen Paris und San Francisco.
Auch Billigflieger setzen auf teurere Plätze
In den USA richten sich unter anderem Southwest, Frontier und JetBlue stärker auf zahlungskräftige Passagiere aus. Nach einem Bericht von Aviation Week stiegen die Einnahmen der südamerikanischen Abra-Gruppe aus höherpreisigen Angeboten im ersten Quartal 2026 um 56 Prozent. Zu dem Konzern gehören die Fluggesellschaften Avianca und Gol. Bei Avianca kommen auf Langstreckenflügen in Boeing 787 neue Business-Class-Suiten mit Schiebetüren und flachen Betten zum Einsatz.
Nach Einschätzung des Luftfahrtexperten John Strickland nehmen Fluggesellschaften insgesamt weniger Sitzplätze in Kauf, weil das Geschäft mit teuren Reiseklassen wächst. Wegen des größeren Platz- und Ressourcenbedarfs ist der CO2-Ausstoß pro First-Class-Passagier hoch. Laut Reuters liegt er aber noch unter dem eines Passagiers im Privatjet.
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