Judo

Prügelattacke in der Bundesliga – Olympia-Starter wird krankenhausreif geschlagen

Kieferbruch nach Faustschlägen in Leipzig: Ein georgischer Judoka attackiert den deutschen Olympia-Kämpfer Timo Cavelius.

Katja Frick
Katja Frick
3 Min
Timo Cavelius (l) und Sagi Muki aus Israel bei der Olympiade 2024 in Paris. Nun wurde Cavelius in der Bundesliga beim JC Leipzig Opfer einer Prügelattacke.

Timo Cavelius (l) und Sagi Muki aus Israel bei der Olympiade 2024 in Paris. Nun wurde Cavelius in der Bundesliga beim JC Leipzig Opfer einer Prügelattacke.

© Eugene Hoshiko/AP/dpa

Ein Vorfall in der Judo-Bundesliga sorgt für Aufsehen: Ein Gastkämpfer des JC Leipzig hat seinen Gegner nach dem Kampf niedergeschlagen. Dem Angreifer droht eine lebenslange Sperre durch den Weltverband.

Der georgische Judoka Akaki Japaridze hat am Samstagabend in der Leipziger Sporthalle Brüderstraße den deutschen Olympia-Starter Timo Cavelius vom TSV Abensberg unmittelbar nach Kampfende mit drei Faustschlägen niedergestreckt. Der 24-jährige Georgier, der als Gastkämpfer für den JC Leipzig antrat, hatte den Kampf zuvor verloren. Vorausgegangen war laut Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ eine provozierende Jubelgeste des fünf Jahre älteren Cavelius, der aus Bayern stammt.

Der 29-jährige Cavelius erlitt einen Kieferbruch und verlor zwei Zähne. Er wurde noch am selben Abend in der Universitätsklinik Leipzig operiert. Timo Cavelius bereitet sich auf die Olympischen Spiele 2028 vor und kann nun vorerst keine Punkte für die Weltrangliste sammeln. Japaridze verließ nach dem Vorfall die Halle und zog sich in sein Hotel zurück. Am Ende siegten die Gastgeber aus Leipzig mit 8:6 gegen den bayerischen Serienmeister.

Abensberger Trainer spricht von Einzelfall

„Dem Georgier sind die Sicherungen durchgebrannt. Das ist ein schrecklicher Einzelfall und hat nichts mit Leipzig und Abensberg zu tun – unsere Vereine verstehen sich gut“, sagte der Abensberger Trainer Manuel Scheibel der LVZ. Es sei richtig gewesen, den Teamkampf nicht abzubrechen, sondern zu Ende zu führen.

Der JC Leipzig entschuldigte sich umgehend über Instagram. „Gewalt hat in unserem Sport keinen Platz. Als Judoka stehen wir für Respekt, Toleranz, Fairness und gegenseitige Achtung“, hieß es in einer Stellungnahme. Leipzigs Trainer Olaf Schmidt, der über 50 Jahre internationale Erfahrung verfüge, habe eine solche Szene im Wettkampf noch nie erlebt.

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Verband prüft Konsequenzen

Beide Kontrahenten hatten innerhalb einer Stunde zum zweiten Mal gegeneinander gekämpft. Im ersten Duell in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm hatte der Leipziger gewonnen. Dem Verein droht eine Geldstrafe, dem Kämpfer selbst möglicherweise eine lebenslange Sperre durch den Weltverband.

Japaridze gehört erst seit dieser Saison zum Bundesliga-Team des JCL und kam bislang zweimal zum Einsatz. Nach dem Wochenende reist er zurück in seine Heimat nach Georgien. Er habe sich bisher total ruhig und unauffällig verhalten, so JCL-Kapitän Hannes Conrad.

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