Politik

Aktuelle Umfrage in Mecklenburg-Vorpommern: AfD seit Wahl verdoppelt, SPD halbiert sich

In einem Jahr wird in Mecklenburg-Vorpommern der Landtag gewählt. Wäre bereits am Sonntag Wahl, würde die AfD einen fulminanten Sieg einfahren.

Eva Maria Braungart Team News dpa/Eva Maria Braungart
3 Min
Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, würde mit ihrer Partei deutlich hinter der AfD zurückliegen.

Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, würde mit ihrer Partei deutlich hinter der AfD zurückliegen.

© Philip Dulian/dpa

Gut ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern würde die AfD einer infratest dimap-Umfrage zufolge mit Abstand die meisten Stimmen gewinnen. 38 Prozent der Wähler im Land würden für die AfD stimmen. Damit würde die Partei ihr Ergebnis der Landtagswahl 2021 mehr als verdoppeln.

Die derzeit amtierende SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt in der Sonntagsfrage auf 19 Prozent – halb so viel wie bei der Landtagswahl. Die CDU würden 13 Prozent wählen und bliebe somit bei dem historisch schlechten Wahlergebnis von 2021. Die Linke kommt auf 12 Prozent und verzeichnet als einzige Partei neben der AfD Zuwachs. BSW würden 7 Prozent wählen und die Grünen erhielten 5 Prozent der Wählerstimmen. Die FDP spielt der Umfrage zufolge keine Rolle.

SPD gewann letzte Wahl in Mecklenburg-Vorpommern

Die Wahl 2021 hatte die SPD mit der Landesvorsitzenden Schwesig an der Spitze mit 39,6 Prozent klar gewonnen und danach eine Koalition mit der Linken gebildet. Der Umfrage zufolge würde – wenn am Sonntag Landtagswahl wäre – die aktuelle Regierung aus SPD und Linke mit gemeinsam 31 Prozent auch zusammen weniger Stimmen als die AfD bekommen. Sie wäre damit abgewählt. Die nächste Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist voraussichtlich am 20. September 2026.

Seit September 2023 liegt die AfD in jedem MV-Trend auf Platz 1, so der Norddeutsche Rundfunk, der die aktuelle Umfrage in Auftrag gab. Zuletzt gewann die AfD bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr. Bei der Bundestagswahl im Februar holte sie im Land mit 35 Prozent ebenfalls den ersten Platz und gewann alle Direktmandate.

Eine Regierungsbildung würde nach den aktuellen Umfragen schwierig werden, die bisher regierende rot-rote Koalition wäre abgewählt. Die Parteien haben ein Bündnis mit der AfD, die vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, ausgeschlossen. Eine Mehrheit gegen die AfD käme nur zusammen, wenn sich vier der sechs Parteien im Landtag zusammenschließen. Das Bündnis würde aus SPD, CDU, Linken und Grüne bestehen oder aus SPD, CDU, Linken und dem BSW.

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Infratest dimap hatte im Auftrag des NDR zwischen dem 18. bis 23. September 1151 Wahlberechtigte aller Altersgruppen, Bildungsabschlüsse und Geschlechter in Mecklenburg-Vorpommern mittels computergestützter Telefon- und Online-Interviews. Insgesamt wurden 674 Telefoninterviews und 477 Online-Befragungen durchgeführt.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Die Schwankungsbreite beträgt 2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent und 3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

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