Auf den Remigiustag folgt am Freitag gleich der nächste Lostag, der Tag des heiligen Leodegar. Der Deutsche Wetterdienst erwartet dann letzte Schauer in der Mitte und Aufheiterungen im Westen, Nordwesten und Südosten. Für diesen Tag verspricht der Volksmund ausnahmsweise Gutes: „Laubfall an Sankt Leodegar kündigt an ein fruchtbar Jahr.“
Laubfall am Freitag: Hier lässt sich die Leodegar-Regel prüfen
Die Kaltfront vom Donnerstag zerfällt am Freitag über der Osthälfte, vor allem am Vormittag fällt dort noch örtlich Regen, berichtet wetter.com. Auch rund um Hamburg und in Schleswig-Holstein sind Schauer möglich.
Zwischen Niederrhein und Nordsee lichtet sich nach Nebel bis zum Nachmittag der Himmel. Vom Chiemgau bis Niederbayern bleibt es trocken.
Die Höchstwerte reichen laut dem Portal von 15 Grad am Erzgebirge bis 23 Grad an der Neiße. Markante Unwetter erwartet der DWD nicht, aktuelle Warnungen stehen auf seiner Warnseite.
Wer die Bauernregel am Freitag überprüfen will, muss nicht lange suchen. Unter vielen Buchen, Birken und Linden liegt das Laub schon seit Wochen.
Nebel am Feiertag: So geht es bis Montag weiter
Am Tag der Deutschen Einheit startet vor allem der Norden mit zähem Nebel. Aus Nordwesten ziehen vereinzelt Schauer heran, die Höchstwerte liegen bei 16 bis 24 Grad.
Nach dem Frontdurchgang liegt das Temperaturniveau um 5 bis 10 Grad tiefer als Ende September. Die Nächte werden deutlich kühler, am Nachmittag bleibt es bei Sonne mild.
Zwei Monate zu früh: Die Wälder haben die Regel längst erfüllt
Die Leodegar-Regel verlangt Laubfall am 2. Oktober. Vielerorts setzte er schon im August ein, als Birken, Linden und Rotbuchen nach dem Dürresommer ihre Blätter abwarfen, berichtete wetter.net. Förster Sebastian Kienzle aus dem Revier Aalen-Welland sprach damals von einem Herbst, der ein bis zwei Monate zu früh komme.
Für die Bäume ist das ein Notprogramm. Beim normalen Herbstlaub holen sie Stickstoff, Phosphor und Kalium fast vollständig aus den Blättern zurück, unter Trockenstress gelingt das nur unvollständig, erklärt waldwissen.net.
Buchen bilden im selben Jahr keine neuen Blätter mehr. Die Bauernregel liest fallendes Laub als gutes Omen. Im Dürrejahr 2026 ist es ein Notsignal.
Geblendet und enthauptet: Wer Leodegar war
Hinter dem freundlichen Spruch steht eine brutale Geschichte. Leodegar war ab 659 Bischof von Autun in Burgund und einer der schärfsten Gegner des fränkischen Hausmeiers Ebroin. Der ließ ihn blenden, ihm die Zunge herausreißen und ihn 678 oder 679 hinrichten, wie das Ökumenische Heiligenlexikon festhält.
Verehrt wird er als Patron von Luzern, als Helfer bei Augenleiden und passenderweise auch als Schutzheiliger der Müller.
Von seiner Regel kursieren mehrere Fassungen. In einer davon kommt es auf den Wind an: „Weht der Wind an Sankt Leodegar, so kündet er an ein fruchtbares Jahr.“
Einen Tag vorher klingt der Volksmund deutlich düsterer. Regen am Remigiustag soll einen ganzen Monat Verdruss bringen.
Ernte 2027: Ob das Jahr fruchtbar wird, entscheidet sich jetzt
Mit dem fruchtbaren Jahr meinte der Volksmund die nächste Ernte. Die kommt gerade in den Boden, vielerorts in trockene Krume. Wintergerste wird ab Mitte September gesät, Weizen und Roggen folgen bis in den Oktober, schreibt agrarheute.
Im Norden und Osten haben frühe Saaten laut dem Fachportal schon mehrere Blätter. Im Westen und Südwesten haben fehlende Bodenfeuchte Aussaat und Aufgang verzögert, Schauer laufen auf verkrusteten Böden teils oberflächlich ab.
Wie viel auf dem Spiel steht, zeigt der Raps. Der Deutsche Bauernverband beziffert die Ernte 2026 auf 3,3 Millionen Tonnen, rund ein Fünftel weniger als 2025, meldet wetter.net in einem weiteren Bericht.
Für die Ernte 2026 hatten die Betriebe im Herbst 2025 laut Statistischem Bundesamt 5,0 Millionen Hektar Wintergetreide ausgesät.
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