Tennis

Alexander Zverev wird Nummer eins der Welt – und schafft, was selbst Boris Becker nie gelang

Zwei überraschende Niederlagen in Shanghai beseitigen die letzten rechnerischen Zweifel. Nach seinen Grand-Slam-Triumphen krönt der Hamburger seine bislang erfolgreichste Saison.

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35 Jahre nach Boris Becker: Alexander Zverev wird die Nummer eins der Welt

35 Jahre nach Boris Becker: Alexander Zverev wird die Nummer eins der Welt

© Li Rui/imago

Alexander Zverev wird erstmals die Nummer eins der Tennis-Welt und schreibt damit deutsche Sportgeschichte. Nach dem überraschenden Ausscheiden von Carlos Alcaraz und Ben Shelton beim Masters-Turnier in Shanghai steht fest, dass der 29-jährige Hamburger die Saison an der Spitze der Weltrangliste beenden wird. Das gelang bislang keinem deutschen Tennisprofi bei den Männern. Selbst Boris Becker, der 1991 insgesamt zwölf Wochen lang die Weltrangliste anführte, schaffte es nie, ein Tennisjahr auf Platz eins abzuschließen.

Die letzten rechnerischen Zweifel beseitigte am Montag der Belgier Zizou Bergs. Er besiegte den spanischen Topstar Carlos Alcaraz in Shanghai überraschend mit 7:5, 7:6 (7:4). Bereits am Sonntag war der Amerikaner Ben Shelton am französischen Außenseiter Arthur Géa gescheitert. Damit verloren die beiden letzten verbliebenen Konkurrenten Zverevs ihre theoretischen Chancen auf Platz eins zum Jahresende. Die Spielerorganisation ATP bestätigte nach Angaben des Sport-Informations-Dienstes (SID) die entsprechende Berechnung.

Für Zverev ist es der vorläufige Höhepunkt einer außergewöhnlichen Saison. Im Juni hatte er bei den French Open in Paris erstmals ein Grand-Slam-Turnier gewonnen. Anfang September folgte sein Triumph bei den US Open in New York. Dort besiegte er im Finale ausgerechnet Shelton mit 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2. Nun wird er sein bislang erfolgreichstes Tennisjahr auch als Weltranglistenerster abschließen.

Boris Becker gratulierte Zverev schon vor dem historischen Erfolg

Seit Einführung des ATP-Rankings im Jahr 1973 haben erst 29 Spieler die Weltrangliste angeführt. Zverev wird die Nummer 30 und erst der zweite Deutsche nach Boris Becker.

Becker hatte die Weltrangliste am 28. Januar 1991 erstmals angeführt, nachdem er bei den Australian Open Ivan Lendl besiegt hatte. Der damals 23-Jährige verdrängte seinen großen Rivalen Stefan Edberg von der Spitze, verlor die Führung aber schon nach drei Wochen wieder. Im Juli kehrte er für weitere neun Wochen auf Platz eins zurück.

Der inzwischen 58-jährige Becker gratulierte seinem Nachfolger bereits vor einigen Tagen, als dessen Aufstieg rechnerisch noch nicht feststand. „Herzlichen Glückwunsch, Sascha!!!“, schrieb der dreimalige Wimbledonsieger nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa), nachdem Jannik Sinner sein vorzeitiges Saisonende bekannt gegeben hatte.

Wann übernimmt Alexander Zverev Platz eins von Jannik Sinner?

Aktuell führt noch der Italiener Jannik Sinner die Weltrangliste an. Der 25-Jährige hatte seine Saison wegen anhaltender Knieprobleme jedoch Anfang Oktober vorzeitig beendet. Damit kann er wichtige Punkte aus dem Vorjahr nicht mehr verteidigen.

Frühestens am 2. November könnte Zverev die Führung übernehmen. Dafür müsste er das laufende Masters-Turnier in Shanghai gewinnen und anschließend beim ATP-Turnier in Wien mindestens das Halbfinale erreichen. Alternativ würden auch ein Finaleinzug in Shanghai und der Turniersieg in Wien genügen.

In Shanghai steht der Hamburger bereits im Achtelfinale. Nach seinem Dreisatzerfolg gegen den Franzosen Quentin Halys trifft er dort am Dienstag auf Alexander Bublik aus Kasachstan.

Anschließend plant Zverev neben Wien auch Starts beim Masters in Paris und bei den ATP Finals in Turin. Bei dem prestigeträchtigen Saisonabschluss treffen die acht erfolgreichsten Spieler des Jahres aufeinander. Zverev hat das Turnier bereits zweimal gewonnen, 2018 und 2021.

Wie lange der Deutsche anschließend an der Weltspitze bleiben kann, wird sich erst in der kommenden Saison zeigen. Boris Beckers Bestmarke von zwölf Wochen als Nummer eins könnte Zverev bereits Anfang 2027 übertreffen.

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