KI-Wettlauf

Alternative zu Nvidia: Alibaba bringt Chinas stärksten KI-Chip an den Start

Der Prozessor Zhenwu V900 aus der Konzernsparte T-Head soll Anfang 2027 in Serie gehen und die dreifache Rechenleistung des Vorgängermodells liefern.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Qwen ist die KI-Modellfamilie des chinesischen Konzerns Alibaba.

Qwen ist die KI-Modellfamilie des chinesischen Konzerns Alibaba.

© CFOTO/imago

Der chinesische Technologiekonzern Alibaba hat auf seiner Entwicklerkonferenz Apsara in Hangzhou einen neuen KI-Chip mit dem Namen Zhenwu V900 vorgestellt. Der Prozessor stammt aus der konzerneigenen Halbleitersparte T-Head und soll nach Angaben von Alibaba im ersten Quartal 2027 in Serie gehen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Konzernchef Eddie Wu bezeichnete den V900 als leistungsstärksten KI-Chip Chinas. Er liefere die dreifache Rechenleistung des Vorgängermodells M890, das im Mai vorgestellt worden war. In einem großen Rechnerverbund ließen sich bis zu 500.000 dieser Chips zusammenschalten, um sehr große KI-Modelle zu trainieren und zu betreiben, sagte Wu laut Reuters.

Deutlich größere Qwen-Modelle geplant

Zugleich will Alibaba seine KI-Sprachmodelle der Reihe Qwen erheblich vergrößern. Die kommenden Versionen Qwen 4.5 und Qwen 5 sollen nach Konzernangaben fünf bis zehn Billionen Parameter umfassen. Parameter sind die beim Training gelernten Stellgrößen eines Modells und gelten als grobes Maß für dessen Größe.

Das derzeitige Spitzenmodell Qwen 3.8 Max, das der Konzern Anfang August als bislang leistungsstärkstes KI-Modell vorgestellt hatte, kommt laut Reuters auf 2,4 Billionen Parameter. Die Zwischenstufe Qwen 4 werde bereits trainiert.

Der 1999 von Jack Ma in Hangzhou gegründete Konzern zählt Künstliche Intelligenz inzwischen neben dem Online-Handel und den Cloud-Diensten zu seinen strategischen Kerngeschäften. Alibaba entwickelt mit Qwen eigene große Sprachmodelle, betreibt über die Sparte Alibaba Cloud die zugehörige Rechen- und Entwicklungsplattform und produziert mit der Tochter T-Head eigene KI-Chips.

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Ausbau der Rechenzentren

Wu kündigte zudem an, die weltweite Rechenzentrumskapazität von Alibaba Cloud bis 2032 auf mehr als 20 Gigawatt auszubauen. Die Nachfrage nach KI-Diensten sei sehr hoch, allerdings bremsten weltweite Engpässe bei Bauteilen für Rechenzentren das Wachstum.

Der Schritt fällt in eine Phase, in der chinesische Unternehmen wegen US-Ausfuhrbeschränkungen verstärkt eigene Alternativen zu Prozessoren des US-Herstellers Nvidia entwickeln.

Nach einem Bericht der in Honkong erscheinenden Zeitung South China Morning Post hat T-Head zudem seine Software SAIL für die Zhenwu-Chips als Open Source freigegeben. Damit will der Konzern der weit verbreiteten Nvidia-Software CUDA ein frei zugängliches System entgegensetzen, das Entwickler ohne Lizenzgebühren nutzen können.

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