Auf dem Glücksgefühle Festival, das am vergangenen Wochenende am Hockenheimring in Baden-Württemberg stattfand, ging es vor allem um eine Band, die gar nicht da war. Alphaville wurde vom Veranstalter des Festivals Markus Krampe vom Festival ausgeladen. Trotz der darauffolgenden Entschuldigung und Wiedereinladung blieb die Band am Wochenende der Bühne fern.
Dafür teilten etliche andere Acts die Botschaft der Band deutlich. Nun meldete sich der Alphaville-Sänger Marian Gold via Instagram zu Wort. „Liebe Freunde, ich möchte mich im Namen von Alphaville bedanken für diese unfassbare Welle der Solidarität, die sich in den letzten Tagen entwickelt hat. Danke!“
„Forever Young“ als Zeichen des Protests
Die angesprochene Solidarität bezieht sich auf den Protest der zahlreichen Fans in den sozialen Medien, der eine Welle des Zuspruchs für den Einsatz der Band auslöste. Der Dank des Sängers richtete sich jedoch vor allem an die Künstler, die den Alphaville-Hit „Forever Young“ in ihrem Set spielten und den Auftritt nutzten, um ein politisches Zeichen für Demokratie und Meinungsfreiheit zu setzen.
Im Post von Marian Gold heißt es weiter: „Ihr habt dieses Festival in Eure eigenen Hände genommen und gezeigt, dass Glücksgefühle das Ergebnis einer inneren Haltung sind und nicht einer Verordnung von oben.“
Das Festival stand aufgrund des Eklats in einem anderen Licht. Viele Künstler ergriffen auf der Bühne am Hockenheimring umso mehr die Chance ihre Stimme zu erheben. Ski Aggu, Nura, Felix Jaehn und viele weitere Musiker positionierten sich deutlich gegen rechts.
„Das ist wahres Entertainment“
„Wir Künstler bringen mit unserer Musik und unserer Message dieses Innere in unserem Publikum zum Schwingen und zum Tanzen. Das ist wahres Entertainment“, lobt Marian Gold weiter.
In einem Interview mit dem Spiegel kritisierte der 72-Jährige die Festivalmacher: „Man kann als Veranstalter nicht einfach bestimmte Dinge ausblenden, weil die einem am Künstler nicht passen.“
Poldi wird ernst
Ex-Fußballstar und Dönerkettenbaron Lukas Podolski ist auch Organisator des Glücksgefühle Festivals. Seit 2023 stellt er zusammen mit dem Unternehmer Markus Krampe das Festival auf die Beine. Nach der miserablen Resonanz auf die Ausladung, die die „Glücksgefühle“ überschattete, räumten beide den Fehler ein.
Allerdings zeigte die Kölner Fußball-Legende auch Kante. In einem Video-Interview mit dem Mannheimer Morgen mahnte er die Kritiker in den sozialen Medien: „Ein Lukas Podolski kann auch anders.“
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