Als das Leben Rad fahren lernte

BLZ
2 Min

Frauen beim (noch) züchtig bedeckten Radfahren oder beim Badengehen im knappen Trikot; Männer, die nackt Felsen erklimmen oder am Strand über Liegestühle hechten: Katharina Eleonore Behrend (1888-1973) zeigte mit ihren Fotografien eine Gesellschaft beim Sprung in eine andere Zeit - eine Ära, in der das Tempo sich beschleunigte und alsbald auch in einer neuen Technikbegeisterung Ausdruck fand, eine Epoche der Freikörperkultur und Lebensreformbegeisterung. Behrends Amateuraufnahmen führten den Betrachter ein in die Welt der Freizeit, in eine erste Eroberung des so genannten öffentlichen Raums. Mit 16 Jahren hatte die gebürtige Leipzigerin, in Hannover aufgewachsen, ihre erste Plattenkamera zur Hand genommen; ihre Vorliebe für den spontanen, bewegten Moment erscheint heute wie eine Vorwegnahme jener Natürlichkeit des Ausdrucks, die sich gegen Ende der 20er-Jahre durchzusetzen begann. Katharina Eleonore Behrend gehört zu jener zweiten Generation von fotografierenden Amateuren um 1900, von denen die meisten, darunter kaum Frauen, namenlos geblieben sind. Als Übernahme vom Nederlands Fotomuseum zeigt Das Verborgene Museum Berlin nun gut 70 Schwarz-Weiß-Aufnahmen; 900 umfasst das Rotterdamer Archiv insgesamt. (BLZ)Ab dem 16. Oktober im Verborgenen Museum (Schlüterstraße 70) zu sehen, bis zum 12. Dezember jeweils Mi-Fr 15-19, Sa/So 12-16 Uhr geöffnet.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner