Die erste halbe Stunde der realsozialistischen Filmperle „Die Legende von Paul und Paula“ (1972) hielt den westdeutsch sozialisierten Rezensenten in einem Zustand tiefer Verstörung gefangen, in welchem ihn die Frage nicht losließ, warum die DDR nicht schon früher untergegangen ist.
Ein Schauspiel, in dem Akteure beliebig aneinander vorbeichargieren, eine Agglomeration von modischen 70er-Jahre-Scheußlichkeiten und eine Bildsprache, die an eine Mischung aus Sozial-Doku und auf prüde geschnittenem Softporno erinnern musste.
Kino
Als die Liebe auf den Plan trat: Ein Wessi sieht „Die Legende von Paul und Paula“ zum ersten Mal
Eine späte Begegnung mit Carows Klassiker: Was zunächst wie eine Geduldsprobe wirkt, wird zur Offenbarung. Über einen Film, der mit Subtilitäten geizt – und gerade deshalb so unvergesslich bleibt.
Dierk Streng
4 Min
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Traumschön und doch realistisch: Die Legende von Paul (Winfried Glatzeder) und Paula (Angelica Domröse).
© Defa-Stiftung/Manfred Damm/dpa
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