Wer ins Eiscafé Caribik in der Straße Alt-Friedrichsfelde 22 geht, setzt sich zum Eis essen grundsätzlich ins Ladeninnere. Die Tische draußen bleiben auch in den heißen Sommermonaten unbesetzt. Der Grund: Verkehrslärm und Abgase. Das war nicht immer so, vor 20 Jahren lud die Einkaufsmeile Alt-Friedrichsfelde geradezu zum Verweilen ein. "Der Bezirk will die Straße revitalisieren", sagt Wirtschaftsstadtrat Peter Fehrmann (CDU). Dafür hat der Bezirk eine Standort-studie in Auftrag gegeben, erste Änderungsvorschläge liegen jetzt vor.70 000 Autos fahren jeden Tag durch die Straße Alt-Friedrichsfelde, "zu Spitzenzeiten über 100 000", sagt Johannes Jetke von der Wirtschaftsforschung gGmbH, die die Straße im Auftrag des Bezirksamtes sechs Monate lang untersucht hat. Anwohner und Geschäftsleute wurden befragt. "Viele erinnern sich noch daran, als man mit der Straßenbahn zum Einkaufen hierher kam", sagt Jetke. 100 000 Autos am TagAb 1976 wurde die Straße erweitert, die alten Bürgerhäuser an der Südseite abgerissen und durch mehrstöckige Wohnblocks ersetzt. "Seitdem hat sich die Wohnqualität der Anwohner erheblich verschlechtert", sagt Wirtschaftsforscher Jetke. Verkehrsbelästigung gehöre für die Anwohner der siebenspurigen Straße zum Alltag. "Viele klagen über die schlechten Einkaufsmöglichkeiten." Laut Studie gibt es heute 25 Läden in der Straße Alt-Friedrichsfelde, daneben stehen 15 Geschäfte leer. "Die Straße muss für den Einzelhändler wieder attraktiver werden", fordert Wirtschaftsstadtrat Fehrmann. Erste Gespräche mit der WBG Lichtenberg über günstigere Mietkonditionen würden laufen. Doch zurzeit mangelt es den Einzelhändlern vor allem an jungen Menschen, die in der Straße einkaufen: Laut Studie ging der Bevölkerungsanteil der Jugendlichen seit 1994 um 31,5 Prozent zurück. "Wir sehen die Zukunft in Freizeit und Sport", sagt Fehrmann. Der Bezirk will auch mehr Parkplätze und Möglichkeiten zur Straßenüberquerung schaffen."Die Studie hat gezeigt, wie sehr sich die betroffenen Bürger Veränderungen wünschen", sagt Fehrmann. Die Studie liege jetzt für alle Interessierten im Bezirk aus, "damit jeder seine eigenen Vorschläge dazuschreiben könne. Einzelhändler und Bürgervereine wollen eine Interessengemeinschaft gründen. Investoren suche man noch. Doch Fehrmann gibt sich optimistisch: "Hier wird wieder das Leben pulsieren."
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