Generationen

Problemfeld Alterseinsamkeit: Brandenburger Seniorenwoche rückt Sorgen in den Fokus

Woidke und Wilke eröffnen die Seniorenwoche in Cottbus. Die Statistik zeigt einen hohen Anteil Alleinlebender alter Menschen in Brandenburg, aber auch in Berlin.

3 Min
Die Brandenburger Seniorenwoche soll älteren Menschen mehr Teilhabe ermöglichen.

Die Brandenburger Seniorenwoche soll älteren Menschen mehr Teilhabe ermöglichen.

© Fabian Sommer/dpa

Das Land Brandenburg hat am Samstag in Cottbus die 32. Brandenburgische Seniorenwoche eröffnet. Politik und Statistik verweisen auf eine zunehmende Vereinsamung älterer Menschen im bevölkerungsmäßig stark alternden Bundesland.

Unter dem Motto „Gesellschaft braucht Erfahrung – Senioren brauchen Teilhabe“ eröffneten Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als Schirmherr und Sozialminister Rene Wilke (SPD) die Aktionswoche vor rund 750 Gästen. Wilke nannte die zunehmende Vereinsamung älterer Menschen ein „sehr ernst zu nehmendes Problem“, das die seelische und körperliche Gesundheit beeinträchtigen könne.

Alternde Bevölkerung in Brandenburg

Brandenburg gehöre zu den Bundesländern mit dem höchsten Altersdurchschnitt und sei daher besonders gefordert, soziale Ausgrenzung Älterer zu verhindern, sagte Wilke laut Mitteilung des Sozialministeriums. Wenn ältere Brandenburger aktiv eingebunden und ihre Erfahrungen genutzt würden, wirke das der Vereinsamung entgegen und stärke die Gesellschaft als Ganzes, erklärte der Minister.

Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg lebten Ende 2024 fast 680.000 Menschen im Alter von 65 Jahren oder älter in Brandenburg. Das entspricht einem Anteil von 26,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung.

Einsamkeit und Pflegekräftemangel sind Herausforderungen

Erste Ergebnisse des Mikrozensus 2025 unterstreichen die Brisanz: In Brandenburg waren 39,1 Prozent der rund 1,26 Millionen Haushalte Einpersonenhaushalte. Mehr als jede zweite alleinlebende Frau (58,5 Prozent) war 65 Jahre oder älter, wie das Statistikamt mitteilte. In kleineren Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern lag der Anteil der über 65-Jährigen unter den Alleinlebenden bei 46,4 Prozent. In Berlin war jede dritte alleinlebende Person 65 Jahre oder älter, der Anteil der Einpersonenhaushalte lag mit 50 Prozent insgesamt höher als im Flächenland.

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Mit der alternden Bevölkerung wächst auch der Personalbedarf in der Altenpflege. Erst am Freitag hatte Wilke in Schwielowsee fünf Pflegekräfte aus Indien begrüßt, die im Rahmen des Pilotprojekts „German Nursing Certificate" aus 22 Bewerberinnen ausgewählt worden waren und seit April in Ferch und auf Hermannswerder arbeiten. Sie sollen helfen, den wachsenden Personalmangel in der Altenpflege im Land zu verringern.

Engagement gegen Vereinsamung

Woidke verwies auf den „Pakt für Pflege“ und die Möglichkeit, den Entlastungsbetrag der Pflegeversicherung für Nachbarschaftshilfe zu nutzen. Cottbus' Oberbürgermeister Tobias Schick warb für mehr generationsübergreifendes Miteinander, etwa wenn Senioren Kindern vorlesen. Der Landesseniorenbeauftragte Norman Asmus kündigte an, die Landesregierung wolle die seniorenpolitischen Leitlinien fortschreiben und Bedingungen für ehrenamtliches Engagement erleichtern.

Die Seniorenwoche wurde 1994 von Brandenburgs erster Sozialministerin Regine Hildebrandt ins Leben gerufen. Sie läuft bis zum 7. Juni und wird vom Sozialministerium mit 65.000 Euro gefördert. Auf zahlreichen Veranstaltungen soll das Engagement älterer Menschen im Land gewürdigt und auf ihre Bedürfnisse aufmerksam gemacht werden.

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