George Clooney kennt sich aus im Berlin bei Nacht. Als er voriges Jahr auf dem roten Teppich des Berlinale-Palastes lief und hinter der Absperrung einen Bekannten entdeckte, rief er ihm zu: "See you at the ninety degrees." Tatsächlich gingen am nächsten Tag Bilder um die Welt, auf denen der Schauspieler mit der Klofrau des "ninety degrees", des 90 Grad also, schäkerte. Der Club in der Dennewitzstraße in Schöneberg hat seinen Ruf als Party-Ort der Prominenz in den vergangenen Jahren zementiert. Und diesmal? Am Donnerstag beginnen die Filmfestspiele. Und doch will niemand verraten, welche prominenten Gäste dieses Jahr zu erwarten sind. Noch gebe es keine festen Zusagen. Aber man gehe natürlich schon davon aus, dass .Aber warum ist das 90 Grad so beliebt? Peter Schulze muss es wissen. Der Mann ist Eventmanager der Filmfirma 20th Century Fox - und damit auch zuständig für die Abendunterhaltung der Stars. "Das 90 Grad steht für Kontinuität", sagt er. Seit Jahren wisse die Branche, was sie an dem Club habe, sagt Schulze: gute Türsteher, die für Sicherheit sorgen; einen Vip-Bereich mitten im Club, so dass der Star tatsächlich etwas sieht; Mainstream-Musik, die niemanden verschreckt. Und, siehe Clooney: Man kennt das 90 Grad eben in Hollywood. Nils Heiliger kennt sie alle. Der Geschäftsführer des 90 Grad war dabei, als voriges Jahr Dustin Hoffman bis morgens um sechs tanzte. Er hat miterlebt, wie sich vor drei Wochen die Herren Ben Affleck und Matt Damon schwarze Wollmützen über die Köpfe zogen, bis sie fast niemand mehr erkannte, wie Kollege Kevin Spacey sich eine Woche später wegen der Enge sichtlich unwohl fühlte. Und so weiter. Und dennoch verrät Heiliger nur einen herausragenden Berlinale-Termin. Für den 14. Februar "haben sich interessante Leute angekündigt". Wer? "Kein Kommentar." Vor ein paar Tagen war jedenfalls schon mal das Bundeskriminalamt da und hat die Sicherheit gecheckt.Auch andere Clubs warten mit großen Namen auf: Das Dorian Gray am Potsdamer Platz behauptet, am "Freitag oder Sonnabend" Jack Nicholson zu Gast zu haben. Der Sage Club lanciert, dass sich Sylvester Stallone für das selbe Wochenende habe ankündigen lassen. Große Namen. Aber kommen die auch wirklich?Der Rest hält sich bedeckt. Nein, man wisse nicht, ob namhafte Gäste kommen. Nein, man rechne auch nicht wirklich damit, heißt es aus dem Felix, der Vox-Bar, der Lola Lounge, der Yva-Suite, dem Big Eden (zu Rolf Edens Zeiten gab es dort immer eine ziemlich unsägliche Wahl der Miss Berlinale). Oder man macht es gleich wie das Cookies. Aus dem legendären, weil lange illegalen Club heißt es in bester Underground-Tradition: "Wir sagen nix." Da man aber weiß, dass schon mal Stars wie Tobey Maguire in der Charlottenstraße vorbeigeschaut haben, würde der eine oder andere Promi nicht wirklich überraschen. Eine echte Konkurrenz sieht 90-Grad-Mann Nils Heiliger in den Gastronomen. Da ist natürlich das Borchardt an der Französischen Straße in Mitte, wo vergangenes Jahr Nicole Kidman, Steven Spielberg, Merryl Streep, Tom Hanks und Michael Douglas speisten. Und da ist die Paris Bar, traditionelles Berlinale-Muss an der Kantstraße. Wirt Michel Würthle: "Wir gehen schon davon aus, dass unser guter Freund Vadim Glowna kommt. Auch mit Frau Berben oder Herrn Sander rechnen wir fest." Solides Personal, wie immer.ANDRE HERCHER So war es vor einem Jahr: Dustin Hoffmann scherzte mit einem Sicherheitsmann des 90 Grad.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]