Die Meerschweinchen waren ihre ersten Toten, schreibt die Lyrikerin, Performerin, Filmemacherin, Opernlibrettistin und Künstlerhaus-Direktorin Nora Gomringer früh in ihrem Prosabuch. Damit beginnt sie, den Titel aufzulösen, der so merkwürdig klingt, gleichermaßen gestelzt und gruselig, deshalb ungemein verlockend: „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“. Sie erinnert sich, den Satz so von ihrer Mutter gehört zu haben, ausgesprochen einer anderen Mutter gegenüber, die wissen wollte, „ob ein Haustier eine sinnvolle Erwerbung sei“.
Es klingt also Dankbarkeit durch, wenn sie schreibt, was mit Paula geschah und mit Nero. „Bedauernswert, wer in seiner Kindheit kein Meerschwein hatte, das ihm Trost und Aufgabe war, und letztlich kleiner Todeserklärer.“
Erinnerungen
„Am Meerschwein übt das Kind den Tod“: Nora Gomringers erstaunliches Mutterbuch
Eugen Gomringer, Vater der Konkreten Poesie, Vater einer Tochter, war berühmt. Die Tochter wurde selber Dichterin und erinnert sich hier an die Mutter. Die Kritik.
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