Die Techno-Fans zieht es nach Berlin. Am Sonnabend hat die "Love Week" begonnen - zehn Tage lang veranstalten die Clubs der Stadt mehr als 100 Techno-Partys. Vorher war die Fuckparade am Sonnabend in der Stadt unterwegs. Eigentlich sei sie wegen der Love Parade gekommen, sagt die 21-jährige Ein Mittienen. Sie ist extra angereist aus einem Dorf in Finnland. Erst in Berlin hat sie erfahren, dass die Parade ausfällt. So lief sie eben am Sonnabendnachmittag mit ihrem Freund bei der Fuckparade mit. Parade sei Parade, erklärte sie. Genau wie bei der Love Parade tanzten bei der Fuckparade die Teilnehmer hinter Wagen her - allerdings war der Techno härter - und der Umzug viel kleiner. Nur etwa 200 Leute waren von Anfang an dabei, letztes Jahr waren es rund 1 000. Die meisten trugen Schwarz von Kopf bis Fuß und viel Metall an Ohren, Nasen, Zungen. Mit ihrer bunt-gestreiften Wollmütze stach die Finnin aus der Menge heraus. Auf Transparenten forderten die Tänzer mehr Freiräume für Jugendliche und Randgruppen. Gegründet wurde die Fuckparade als Gegenveranstaltung zur Love Parade - sie soll politsch statt kommerziell sein, die Subkultur und nicht den Mainstream vertreten. Die Fuckparade muss jedes Jahr wieder um ihre Anerkennung als Demonstration kämpfen. Politische Reden unterbrachen deshalb an drei Stopps die Musik. Nicht alle Teilnehmer waren aus politischen Gründen gekommen, viele einfach "um Spaß zu haben", wie Michael Kretschmar aus Köln sagte. Die "Love Week" habe ihn in die Stadt gelockt, mit ihren vielen Techno-Partys. Schon beim Start in der Reinhardtstrasse in Mitte regnete es in Strömen. Klatschnass tanzten hinter den Wagen zehn bis zwanzig Leute her, der Rest marschierte unter Regenschirmen mit. Bei der Abschlusskundgebung am Roten Rathaus zählte die Polizei schließlich 800 Teilnehmer. Ein Mittienen und ihr Freund verschwanden schon vorher am Rosenthaler Platz in die U-Bahn. Bei der Fuckparade sei ihr die Musik zu hart, sagte sie. Nun hofft sie aufs nächste Jahr, auf eine Love Parade 2005. Parade ist eben doch nicht Parade. ------------------------------Techno im Pool // Während der "Love Week" veranstalten Clubs bis zum 12. Juli mehr als 100 Partys. Ein Höhepunkt soll am 10. Juli die Demonstration für den Erhalt der Love Parade auf dem Kudamm sein. Feier am Flughafen: Wo sonst Flugzeuge donnern, dröhnen am 9. und 10. Juli die Lautsprecher. Beim Love Stern Galaktika auf dem Flughafen Tempelhof legen Marusha, Kai Tracid oder Tom Wax auf. Freitag kosten die Tickets 15 Euro, am Sonnabend 25 Euro. Anfahrt: Flughafen Tempelhof, Hangar 2, U-Bahnhof Platz der Luftbrücke, Bus 104, 119, 184, 341, N4, N6 Party im SEZ: Bis zu 15 000 Technofans können am 10. und 11. Juli im SEZ feiern. Auf zwei Bühnen legen draußen von 10 bis 22 Uhr DJs wie Westbam und Dr. Motte auf kostenlos. Jeder DJ gibt bekannt, in welchem Club er nachts auftritt. Wer will, der zieht nach 22 Uhr dorthin weiter. Anfahrt: Landsberger Allee 77; S-Bahnhof Landsberger Allee, Tram 5, 6, 7, 8, 15, 20, 27Baden in der Arena: In der Arena können Technofans am 10. Juli erst zu Marusha abtanzen und sich dann im Pool des Badeschiffs abkühlen. Von 18 bis 3 Uhr kann man zu den Klängen von Love Motion für fünf Euro die Füße im Wasser baumeln lassen. Anfahrt: Eichenstraße 4, U-Bahnhof Schlesisches Tor, S-Bahnhof Treptower Park, Bus 265, N6560 Djs in der Kulturbrauerei: Bei der dritten Love Base kann am kommenden Sonnabend wieder zur Musik von mehr als 60 Djs getanzt werden. Tickets kosten 15 Euro. Anfahrt: Knaakstraße 97, U-Bahnhof Eberswalder Straße, Tram 13, 20, 50, 53, Bus N84Weitere Infos im Internet unter www.love-week.de------------------------------Foto: Zwei Tänzer im Club "Café Moskau": Seit Sonnabend ist "Love Week" in Berlin - mit mehr als 100 Techno-Partys.
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