Auch wenn alle immer wieder betonen, wie schön die Vorweihnachtszeit sei, so fühlen sich viele Menschen doch wahnsinnig gestresst. Und das liegt auch am Kauf von Weihnachtsgeschenken. Die Kinder haben zu viele Wünsche, die eigenen Eltern zucken mit den Schultern, man muss sich selbst was einfallen lassen – und egal wie, das Besorgen ist fast immer mit einigem Aufwand verbunden.
Die Läden, Einkaufsstraßen und Shoppingmalls sind besonders an den Adventswochenenden voll. Klar, wir alle brauchen ja noch Geschenke. Und das Gedränge ist nun wirklich nicht jedermanns Sache. Also bestellen wir online. Bequem vom Sofa aus, auch noch spätabends, oder auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn, während wir auf dem Spielplatz warten, dass das Kind fertig geschaukelt hat.
Für die meisten Menschen ist Amazon die erste (und oftmals einzige) Anlaufstelle, um online zu shoppen. Man kriegt hier einfach alles. Und das zieht auch Betrüger an, wie der Onlinehändler jetzt warnt: „In dieser Jahreszeit verzeichnen wir üblicherweise eine Zunahme von Betrügereien“, schreibt das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung.
Weiter heißt es: „Betrüger ändern schnell ihre Taktiken, um nicht entdeckt zu werden.“ Nur wer die Vorgehensweisen kennt, kann sich schützen. Deshalb sollte man immer zurückhaltend und vorsichtig sein. Worauf Sie genau achten sollten, hat Amazon aus der Erfahrung heraus einmal aufgeschrieben.
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Vorsicht bei Phishing und Prime-Benachrichtigungen
„Bei Betrügereien mit Identitätsmissbrauch gibt sich ein Betrüger als vertrauenswürdiges Unternehmen aus und versucht, Zugang zu vertraulichen Informationen wie Sozialversicherungsnummern, Bankinformationen oder Amazon-Kontodaten zu erhalten“, teilt das Unternehmen mit.
Das Phishing ist eine mittlerweile sehr bekannte Methode. Vielen unbekannt hingegen ist, dass Kriminelle es auch gezielt auf Amazon-Prime-Mitglieder abgesehen haben. In deren Konto sind allerhand sensible Daten hinterlegt, neben Namen und Mail-Adresse auch Konto- oder Kreditkartendaten, denn das Abo muss ja bezahlt und abgebucht werden.
Beim Betrug mit Prime-Mitgliedschaften „handelt es sich um unerwartete Anrufe/Texte/E-Mails, die auf einen kostspieligen Mitgliedsbeitrag oder ein Problem mit deiner Mitgliedschaft hinweisen und dich bitten, die Gebühr zu bestätigen oder zu stornieren. Diese Betrüger versuchen, dich davon zu überzeugen, Zahlungs- oder Bankkontoinformationen anzugeben, um eine Mitgliedschaft wiederherzustellen“, erklärt Amazon.
Jedoch werde das Unternehmen „niemals bitten, Zahlungsinformationen für Produkte oder Dienstleistungen telefonisch anzugeben“, stellt es klar. Wer unsicher ist, kann den Mitgliedschaftsstatus, Bestellungen sowie Zahlungen durch ein Login prüfen. Deshalb sollte man sich – statt auf irgendwelche vermeintlich offiziellen Mails zu antworten – einmal im Prime-Konto anmelden und checken, ob es wichtige Benachrichtigungen gibt.
Verbraucherzentrale warnt vor Betrugsmasche
Anfang Oktober veröffentlichte die Verbraucherzentrale eine Warnung vor sogenannten Schockanrufen, die im Namen von Amazon oder Paypal erfolgen. Darin heißt es: „Das Telefon klingelt und eine automatisierte Stimme informiert darüber, dass angeblich eine Zahlung über mehrere Hundert Euro (…) veranlasst worden sei. Falls man sie stoppen wolle, soll man eine Taste drücken.“
Ähnliche Vorgehensweisen gab es in der Vergangenheit mit Anrufen, die beispielsweise von Europol kamen – zumindest wurde das behauptet. „Dabei wurden diejenigen, die nach der Ansage tatsächlich eine Taste gedrückt haben, mit einem Menschen verbunden und im Gespräch zum Zahlen von Geld auf Auslandskonten oder zum Investieren in Kryptowährungen gedrängt“, weiß die Verbraucherzentrale.
Ähnlich sei es nun auch, denn Betroffene berichten, dass es in ihrem Konto keine offenen Zahlungen gab. Eine Paypal-Sprecherin erklärt, dass der Dienstleister seine Kundinnen und Kunden in der Regel nicht anrufe, erst recht nicht, um Zahlungsaufforderungen auszusprechen.
Deshalb empfiehlt die Verbraucherzentrale ganz klar: „Falls Sie so einen Anruf erhalten, legen Sie auf! Drücken Sie keine Taste, um mit jemandem verbunden zu werden! Öffnen Sie nach dem Anruf die Amazon- oder Paypal-App oder die echte Internetseite amazon.de bzw. paypal.de, melden Sie sich dort mit Ihren Zugangsdaten an und sehen Sie nach, ob es wirklich eine unbekannte Zahlungsanweisung über einen hohen Betrag gibt. Falls ja, nehmen Sie über die App oder die Internetseite Kontakt zum echten Kundenservice auf!“
Wie Kriminelle an Ihre Telefonnummer gekommen sein könnten, lässt sich nur schwer sagen. Mitunter wird auf gut Glück angerufen – und die Wahrscheinlichkeit, dass jemand ein Paypal- oder Amazonkonto hat, ist ziemlich groß. Auch Netflix-Nutzende sind betroffen.
Ebenso kann es sein, dass Ihre Telefonnummer mal bei einem Datenleck irgendwohin gelangt ist, wo sie nicht sollte. Des Weiteren, so die Verbraucherzentrale, „könnte sie weiterverkauft worden sein“, sofern Sie mal bei einem Gewinnspiel teilgenommen und dort Ihre Telefonnummer angegeben haben.
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Ganz konkret rät Amazon allen Bestellenden, für eine Kommunikation ausschließlich die firmeneigenen Kanäle zu nutzen. Wenn man den Kundenservice oder den technischen Support kontaktieren wolle beziehungsweise Änderungen am Konto nötig seien, solle man sich entweder ins Konto einloggen, die Amazon-App nutzen oder sich die Kontaktmöglichkeiten auf der Website heraussuchen.
Keinesfalls sollte man auf Mails antworten, deren Absender man nicht kennt. Und hier lohnt ein genauerer, zweiter Blicke. Denn oftmals sehen betrügerische Mails erst einmal seriös aus. „Legitime Amazon-E-Mails enthalten @amazon.de“, so das Unternehmen.
Wer sichergehen möchte, keinem Betrug aufzusitzen, sollte immer die offiziellen Amazon-Adressen nutzen.
© imago
Nun kann eine E-Mail-Adresse durchaus nach Amazon aussehen, weil der Name – in betrügerischer Absicht – so festgelegt wurde und angezeigt wird. Doch dahinter verbirgt sich eine Fake-Adresse. Diese kann man sehen, wenn man im Webbrowser mit dem Mauszeiger darüberfährt. Häufig sind falsche Mailadressen eine wirre Kombination aus Zahlen und Buchstaben. Manchmal sind auch Rechtschreibfehler oder Zeichen eingebaut, etwa Amazon1.
Hier rät der Händler, man solle das Nachrichtencenter besuchen, „um authentische Nachrichten von Amazon einzusehen“. Sowieso solle man misstrauisch sein, wenn in Mails ein alarmistischer Ton angeschlagen wird. „Betrüger:innen versuchen möglicherweise, ein Gefühl der Dringlichkeit zu erzeugen“, weiß das Unternehmen.
Keinesfalls sollte man auf Mails antworten, deren Absender man nicht kennt. Und hier lohnt ein genauerer, zweiter Blicke. Denn oftmals sehen betrügerische Mails erst einmal seriös aus. „Legitime Amazon-E-Mails enthalten @amazon.de“, so das Unternehmen.
Und das gilt nicht nur für den Mailverkehr, sondern auch fürs Telefon. Amazon werde einen „niemals dazu auffordern, telefonisch Zahlungsinformationen, einschließlich Geschenkkarten (oder ‚Bestätigungskarten‘, wie sie von einigen Betrüger:innen genannt werden) für Produkte oder Dienstleistungen anzugeben“, heißt es in der Pressemeldung.
Sollten Sie eine Mail oder einen Anruf erhalten, von dem oder der Sie glauben, dass hier Kriminelle am Werk sind, sollten Sie sich verhalten wie bei jedem anderen Betrugsversuch auch: Nicht reagieren.
Stattdessen sollten Sie den vorgeblichen Absender, in diesem Fall: Amazon, kontaktieren. Tun Sie dies keinesfalls über die in der Mail oder im Telefondisplay angezeigten Nummer, sondern suchen Sie sich die richtige Telefonnummer oder Kontakt-Mail-Adresse auf der Amazon-Website heraus.
Zudem bittet das Unternehmen, man möge verdächtige Kommunikation melden. Auch dann, wenn man per SMS oder Chat in Amazons Namen kontaktiert wird.
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