Es gibt Sätze, die man jahrzehntelang rufen kann, ohne sich je fragen zu müssen, was eigentlich passiert, wenn sie erhört werden. „Ami go home“ war so ein Satz. Er hallte durch die Bonner Hofgärten der Achtzigerjahre, er stand auf Transparenten von Stuttgart bis Mutlangen, er war der Schlachtruf einer Friedensbewegung, die sich moralisch im Recht wähnte. Und jetzt? Jetzt gehen die Amis tatsächlich. Nicht weil die Linke es so wollte. Sondern weil Amerika es so will.
Feindbilder im Wandel
Warum die deutsche Linke ihre moralische Orientierung im Umgang mit den USA verliert
Die westdeutsche Linke positionierte sich lange vehement gegen Washington. Jetzt gehen die Amerikaner auf Abstand. Was bleibt von einer Bewegung, deren Feind sich zurückzieht?
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Protest gegen den Irakkrieg in Berlin, 2003
© Imago
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