Samstagabend, der Krimi ist vorbei, und man dreht noch schnell alle Uhren in der Wohnung eine Stunde zurück. Fühlt sich nach Ordnung an. Am Montag klingelt dann der Wecker eine Stunde zu spät.
Schuld sind Geräte, die in der Nacht zu Sonntag selbst umstellen – und von Ihrem Fleiß nichts wissen.
Wann wird die Uhr zurückgestellt?
In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober, springen die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurück. Die Sommerzeit endet, es gilt wieder die Normalzeit.
Die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr gibt es damit zweimal. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig unterscheidet sie ganz nüchtern: Die erste heißt 2A, die zweite 2B.
Welche Geräte die Stunde doppelt abziehen
Bei echten Funkuhren ist die Sorge unbegründet. Der Sender DCF77 schickt ihnen jede Minute die komplette Uhrzeit, eine vorab verstellte Funkuhr korrigiert sich beim nächsten Empfang selbst.
Gefährlich sind Geräte ohne Zeitsignal, aber mit eingebauter Sommerzeit-Automatik. Sie rechnen stur nach Kalender: letzter Oktobersonntag, 3 Uhr, eine Stunde zurück. Wer vorher schon gedreht hat, dessen Uhr geht danach eine Stunde nach.
Betroffen sind vor allem:
- digitale Wecker mit „Auto-DST“-Funktion, aber ohne Funkmodul
- Autouhren, die nicht über GPS oder Radio synchronisieren
- programmierbare Thermostate und Zeitschaltuhren
Im Smart Home droht dasselbe, wenn Sie in der App von Hand korrigieren, während die Zentrale nachts automatisch umstellt. Dann fahren Rollläden zur falschen Zeit hoch, die Heizung springt eine Stunde zu früh an.
Die sichere Regel: am Samstag nichts anfassen. Am Sonntagmorgen einmal durch die Wohnung gehen und nur zurückstellen, was noch Sommerzeit zeigt.
Diese Uhren stellen Sie selbst um
Smartphones, Computer und Smartwatches holen sich die Zeit aus dem Netz, sofern die automatische Zeiteinstellung aktiv ist. Dazu kommen rund 100 Millionen Funkuhren, die laut PTB am DCF77-Signal hängen.
Selbst Hand anlegen müssen Sie meist bei Backofen, Mikrowelle, analogen Uhren und älteren Autouhren. Und für die Richtung gilt der Gartenmöbel-Trick: Im Herbst kommt alles zurück ins Haus, auch die Uhr.
Warum Nachtzüge eine Stunde stehen bleiben
Auch die Bahn muss sich mit der doppelten Stunde arrangieren. Weil Fahrpläne nicht zweimal 2 Uhr kennen, halten Züge, die in dieser Nacht unterwegs sind, für eine Stunde an einem Bahnhof und fahren dann planmäßig weiter. Wer nachts nach Hause will, sollte das einplanen.
Warum gibt es die Zeitumstellung noch?
Eigentlich sollte sie längst Geschichte sein. Das EU-Parlament stimmte 2019 für das Aus, 2021 hätte die letzte Umstellung sein können. Seitdem streiten die Mitgliedsstaaten darüber, ob dauerhaft Sommer- oder Normalzeit gelten soll.
Wie festgefahren das ist, zeigt ein Detail: Die EU-Kommission hat im März 2026 die Umstellungstermine bis 2031 veröffentlicht. Eine neue Studie zu den Folgen einer Abschaffung läuft zwar, ein Beschluss ist sie nicht.
Was die Winterzeit mit dem Körper macht
Die Herbstumstellung ist die gnädigere, wir bekommen eine Stunde geschenkt. Schlafforscher halten die Normalzeit ohnehin für näher an der inneren Uhr.
Den Preis zahlen wir am Nachmittag. In Berlin geht die Sonne ab Sonntag schon vor 17 Uhr unter. Zurück holt sich die Uhr die Stunde am 28. März 2027.
Schluss mit der Zeitumstellung: Hier bleibt die Uhr diesmal einfach stehen
Bombenzyklon nimmt Kurs auf Deutschland: Ab Freitag drohen Sturmböen bis 100 km/h und 40 Liter Regen
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]