Koronare Herzkrankheiten sind in Deutschland für die meisten verlorenen Lebensjahre verantwortlich. Das geht aus einer Auswertung des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor, die die sogenannte Krankheitslast der Bevölkerung erfasst. Auf Platz zwei bis fünf folgen Lungenkrebs, Schlaganfälle, die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sowie Alzheimer- und Demenzerkrankungen.
Ein anderes Bild ergibt sich, sobald neben der Sterblichkeit auch die gesundheitliche Beeinträchtigung im Alltag berücksichtigt wird. Nach der RKI-Analyse gehen die meisten gesunden Lebensjahre durch Schmerzen im unteren Rücken verloren. Dahinter rangieren Kopfschmerzerkrankungen, Angststörungen, Diabetes und depressive Störungen.
Das RKI setzt die Krankheitslast aus zwei Komponenten zusammen: den Lebensjahren, die durch vorzeitigen Tod verloren gehen, und den Jahren, die mit gesundheitlichen Einschränkungen verbracht werden. Beide Werte zusammen sollen ein umfassendes Bild des Gesundheitszustands liefern.
Deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern
Auch nach Geschlecht fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Bei Frauen verursachen Schmerzen im unteren Rücken die höchste Krankheitslast, gefolgt von koronaren Herzkrankheiten und Kopfschmerzerkrankungen. Bei Männern steht dagegen die koronare Herzkrankheit an der Spitze, danach folgen Rückenschmerzen und Lungenkrebs.
Zwischen 2017 und 2022 hat sich die Krankheitslast durch koronare Herzkrankheiten laut RKI verringert. Zugelegt haben im gleichen Zeitraum hingegen Angststörungen und Stürze.
Frei zugängliche Daten für Politik und Wissenschaft
Mit der Erhebung will das RKI eine datenbasierte Grundlage schaffen, um den Gesundheitszustand der Bevölkerung abzubilden. Die frei zugänglichen Auswertungen sollen Wissenschaft, Politik und Gesundheitswesen dabei helfen, gesundheitliche Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und die Versorgung gezielt weiterzuentwickeln.
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