Eine 47 Jahre alte Deutsche ist in der südspanischen Küstenstadt Isla Cristina tot aufgefunden worden. Ihr Körper wies nach Angaben der Polizei zahlreiche Stichverletzungen auf. Die Guardia Civil nahm den 60 Jahre alten italienischen Partner der Frau fest.
Der Körper wurde am Freitagmorgen gegen 9 Uhr in der Provinz Huelva entdeckt. Die Hintergründe der Tat und ein mögliches Motiv sind noch nicht geklärt. Nach Angaben der Guardia Civil werden weiterhin alle Hypothesen geprüft. Dazu gehört auch ein mögliches Tötungsdelikt im Zusammenhang mit Partnerschaftsgewalt.
Notruf meldet reglose Frau in Isla Cristina
Beim andalusischen Rettungsdienst ging nach Informationen von El País um 8.50 Uhr ein Notruf ein. Der Anrufer meldete eine reglose Frau auf der Avenida del Atlántico in Isla Cristina. Rettungskräfte und Beamte der örtlichen Polizei konnten nur noch ihren Tod feststellen.
Die Frau sei in der Nähe des Strandes Punta del Caimán gefunden worden. Sie habe mehrere Verletzungen durch eine Stichwaffe aufgewiesen. Die Guardia Civil übernahm die Ermittlungen und bestätigte wenig später die Festnahme des Lebensgefährten.
Nach übereinstimmenden lokalen Berichten waren die Deutsche und der Italiener mit einem Campingfahrzeug unterwegs und verbrachten einige Tage in dem Küstenort nahe der portugiesischen Grenze.
Bericht spricht von mindestens 20 Stichwunden
Die Zeitung Huelva Información berichtet unter Berufung auf Quellen aus dem Gesundheitswesen, die Frau habe mindestens 20 Stichwunden an verschiedenen Körperstellen erlitten. Offiziell bestätigt sind bislang lediglich mehrere Verletzungen durch eine Stichwaffe.
Auch über die Festnahme gibt es unterschiedliche Darstellungen. Huelva Información zufolge hielt sich der Verdächtige beim Eintreffen der Einsatzkräfte noch mit einem Messer am Tatort auf. Huelva Hoy berichtet dagegen, der Mann habe sich der Guardia Civil ohne Widerstand gestellt. Die Behörde selbst bestätigte bislang nur seine Festnahme und seine Beziehung zu der Getöteten.
Ministerium prüft Beziehungstat
Das spanische Gleichstellungsministerium sammelt nach eigenen Angaben Informationen zu dem Fall. Er ist noch nicht offiziell als Beziehungstat eingestuft. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wäre die Deutsche nach vorläufigen Angaben die elfte Frau, die 2026 in Andalusien durch Partnerschaftsgewalt getötet wurde. Landesweit wäre sie das 37. Todesopfer in diesem Jahr und das 1378. seit Beginn der amtlichen Erfassung im Jahr 2003.
Bislang machten die Ermittler keine Angaben zu einem möglichen Motiv oder dazu, was sich vor dem Tod der Frau abgespielt haben soll.
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