Es gibt Sätze, die ihre Wirkung ausschließlich dem Datum verdanken, an dem sie fallen. „Ich blicke nun auf eine weiße Wand“, sagte Angela Merkel am Montagabend im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Gemeint war die Leerstelle in ihrem Büro Unter den Linden, wo seit über zwei Jahrzehnten Oskar Kokoschkas Adenauer-Porträt hängt, das nun für einige Wochen in die Ausstellung des Bundestages umgezogen ist. „Das ist so eine Art Fasten-Einkehr.“ Ein Ersatzbild hatte sie abgelehnt: keine Versuchungen, die Wand bleibe weiß, damit klar sei, wohin der Begleiter zurückkehre.
Auslassung
Die weiße Wand: Merkel spricht über alles – nur nicht über das Debakel ihrer Partei
Ein Ölbild von 1966, eine Partei bei 4,9 Prozent und eine Altkanzlerin, die keine Namen nennt: Protokoll eines Abends, an dem das Wichtigste ungesagt blieb.
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An einem Tag wie heute und nach einem Abend wie gestern: Angela Merkel am Montag im Deutschen Bundestag, 24 Stunden nach dem Absturz ihrer Partei auf 4,9 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern
© Bernd Elmenthaler/Imago
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