Porträt-Kritik

Ohne viel Klimbim: Angela Merkel gibt es jetzt in Öl – und zum Glück ohne Raute

Ihr Porträt nahm die Regierungschefin a.D. erfreut entgegen. Nach drei Monaten im Bode-Museum wird es ins Kanzleramt gebracht und dort neben dem von Gerhard Schröder hängen.

7 Min
Sehr blau, sehr maskulin: das Porträt der Altkanzlerin. Neben Merkel links: der junge Künstler Jérémie Queyras.

Sehr blau, sehr maskulin: das Porträt der Altkanzlerin. Neben Merkel links: der junge Künstler Jérémie Queyras.

© Kay Nietfeld/dpa

Ein schwüler Spätnachmittag am Dienstag, dem 30. Juni, im Bode-Museum, und selbst im erwartbar kühlen Raum 257, in dem üblicherweise französische Kunst aus dem 18. Jahrhundert präsentiert wird, ging es für das erlesene Publikum nicht ohne Fächer. Aber dieses Accessoire führt man in diesen Tagen ja eh vermehrt mit sich herum, lässt dafür Krawatten und schweißtreibende Sakkos lieber zu Hause.
Noch vor dem Auftritt der Kanzlerin ist ihr Mann, Dr. Joachim Sauer, schon zugegen, wie immer freundlich-zurückhaltend, während sich Köchin und Ex-EU-Politikerin Sarah Wiener mit viel Aplomb durch die Menge fräst und hier und da gewollte, aber auch ungewollte Wangenküsse verteilt.

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