SEOUL. Die Streitkräfte Südkoreas und der USA sind wegen der Angriffsdrohungen aus Nordkorea in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. "Die Überwachung des Nordens wird erhöht, es werden mehr Flugzeuge und Streitkräfte mobilisiert", kündigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul gestern an. US-Außenministerin Hillary Clinton sicherte Südkorea und Japan die Unterstützung Washingtons zu.Seit gestern früh seien die Überwachungsvorschriften für das gemeinsame Truppenkommando um eine Stufe verschärft worden, erläuterte Ministeriumssprecher Won Tae Jae. Die Überwachung konzentriere sich auf die entmilitarisierte Zone zwischen den beiden koreanischen Staaten, die gemeinsame Wirtschaftszone Panmunjom und die umstrittene Grenzlinie im Gelben Meer. Zur Abschreckung Nordkoreas haben die USA immer noch rund 28 500 Soldaten in Südkorea stationiert, weitere 50 000 in Japan.Im fünften VersuchDie USA nähmen ihre Verpflichtung gegenüber Verbündeten "sehr ernst", sagte Clinton. Das Weiße Haus erklärte, Nordkorea werde mit seinen Tests nicht die weltweite Aufmerksamkeit bekommen, die es sich erhoffe. Vielmehr manövriere sich Pjöngjang damit noch tiefer in die Isolation, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Robert Gibbs. Dies sei das fünfte Mal in 15 Jahren, dass Pjöngjang versuche, den Waffenstillstand nach dem Koreakrieg (1950 bis 1953) für "null und nichtig zu erklären".Nordkorea hatte Südkorea tags zuvor mit einem Militäreinsatz gedroht. Aus Protest gegen die Ankündigung Seouls, einer US-Initiative zum Schutz vor der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen beizutreten, erklärte Pjöngjang den Waffenstillstand für ungültig.Politische Beobachter gehen von einer wachsenden Gefahr begrenzter militärischen Auseinandersetzung zwischen den beiden koreanischen Staaten aus. Diese Gefahr "wird Realität", sagte Paik Hak Soon vom Sejong-Institut. Wenn es zu einer Auseinandersetzung auf See komme, werde diese sich deutlich von den vergangenen Konflikten zu Wasser unterscheiden, betonte Paik unter Hinweis auf die Auseinandersetzungen in den Jahren 1999 und 2002, bei denen es sich um "lokale" Vorfälle gehandelt habe. Kim Yong Hyun von der Dongguk-Universität sagte, Nordkorea werde wahrscheinlich Kurzstreckenraketen oder Artillerie-Granaten ins Gelbe Meer abfeuern oder südkoreanische Fischerboote nahe der umstrittenen Grenze aufbringen.China stützt maßvolles VorgehenNach dem Atomwaffentest und den Raketentests Nordkoreas sprachen sich die fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat für verschärfte Sanktionen gegen Pjöngjang aus. Es gebe "ein klares Bekenntnis" der fünf ständigen Mitglieder zu Sanktionen, sagte ein westlicher Diplomat. Auch Russland und China stünden hinter der Forderung. Jetzt werde über die Art der Sanktionen beraten.US-Senator John Kerry bekräftigte gestern bei einem Besuch in China, dass Peking ein maßvolles Vorgehen des Sicherheitsrates unterstütze. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte bereits eine "entschlossene" Resolution des UN-Sicherheitsrats gefordert. Beide Länder sind normalerweise zurückhaltend, wenn es um die Verurteilung Nordkoreas durch den Sicherheitsrat geht. (AFP)------------------------------Foto: Vorbereitung auf den Ernstfall: Südkoreanische Schüler üben, wie sie sich bei einem Atomangriff verhalten sollen.
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