Bei russischen Angriffen auf Saporischschja und weitere Regionen sind nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Der ukrainische Stahlkonzern Metinvest erklärte, sieben Arbeiter im Stahlwerk Saporischstal seien getötet und 21 weitere verletzt worden.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, „ militärisch-industrielle Anlagen sowie Transport- und Logistikzentren“ angegriffen zu haben. Es bestätigte demnach auch einen Angriff auf das Stahlwerk. Dieses produziere gewalztes Stahlblech, das auch für militärische Zwecke eingesetzt werde, so Tass.
Die gefährliche Raketenkrise der Ukraine und des Westens
Selenskyj meldet Angriff mit nordkoreanischen Raketen
Metinvest teilte mit, der Betrieb sei derzeit eingestellt und erklärte, die Anlagen des Unternehmens in Saporischschja seien „zivile Industrieanlagen“. Die Angaben beider Seiten sind nicht unabhängig überprüfbar. Nach Angaben des Kyiv Independent handelt es sich um eines der größten ukrainischen Stahlwerke, die im Krieg bislang nicht zerstört wurden.
In ihrem Morgenbericht nannte die ukrainische Luftwaffe laut Kyiv Independent mehrere eingesetzte Waffentypen: ballistische Iskander-Raketen, ballistische KN-23-Raketen nordkoreanischer Herkunft sowie Zircon-Marschflugkörper. Die genaue Zahl der einzelnen Raketentypen wurde nicht mitgeteilt. Ein Raketenabschuss wurde dem Bericht zufolge nicht gemeldet.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in einem Beitrag auf der Plattform X ebenfalls, dass Saporischschja mit nordkoreanischen ballistischen Raketen, Zircon-Marschflugkörpern und gelenkten Fliegerbomben getroffen worden sei. Zusätzlich seien landesweit mehr als 120 Drohnen eingesetzt worden. Ein Mangel der Ukraine an Patriot-Abwehrraketen erschwert laut Kyiv Independent die Abwehr ballistischer Raketen.
Weitere Tote und Verletzte in der Ukraine
Für die gesamte Region Saporischschja meldete der Gouverneur Iwan Fedorow laut Kyiv Independent insgesamt 52 verletzte Zivilisten. Der Angriff beschädigte demnach Wohnhäuser, löste Brände aus und führte zu Stromausfällen.
Auch die Hauptstadt Kiew geriet unter Beschuss. Bürgermeister Vitali Klitschko rief die Bewohner auf, Schutz zu suchen. Selenskyj zufolge traf ein Einschlag zudem ein Gebäude einer Klinik für Infektionskrankheiten und Geschäfte.
Nach Meldungen regionaler Behörden, die der Kyiv Independent zitiert, wurden in weiteren Landesteilen mindestens acht Menschen getötet – darunter in den Regionen Dnipropetrowsk, Cherson, Donezk und Sumy.
Ukrainisches Militär greift Ölraffinerie an
Am Vortag waren bei ukrainischen Drohnenangriffen nach Angaben russischer Behörden in Nischnekamsk mindestens 13 Menschen getötet worden – Reuters zufolge eine der höchsten zivilen Opferzahlen in Russland seit Monaten. Das ukrainische Militär erklärte am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur zudem, eine Ölraffinerie in der russischen Stadt Orsk angegriffen zu haben, die unter anderem Benzin, Diesel und Flugkraftstoff produziert.
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