POTSDAM. "Eigentlich sollte jetzt Frühjahr sein", sagt Jens-Uwe Schade, Sprecher des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums, "doch wir haben balkanische Temperaturen." Schon jetzt gehen Meteorologen davon aus, dass das diesjährige Frühjahr als das heißeste seit mindestens 100 Jahren in die Geschichte eingehen wird. Darunter leiden die Brandenburger Landwirte, denn seit drei Wochen hat es so gut wie nicht geregnet. "Die meisten Pflanzen sind 14 Tage zu früh dran", sagte Norbert Wolgast, Landwirt in Cumlosen in der Prignitz. Auf einigen Flächen an der Elbe konnte er wegen der letzten Überschwemmungsschäden noch nicht mit der Aussaat beginnen, auf anderen hat er schon die ersten "Trockenschäden" beim Getreide festgestellt. Das Getreide ist statt der üblichen 30 jetzt schon 60 Zentimeter hoch. Ohne Niederschlag blühten die Pflanzen zu früh, die Körner blieben zu klein, und es seien viel weniger als sonst. Auch der Raps blüht zu früh.Verluste bis zu 30 Prozent"Es kommt auf die nächsten 14 Tage an", sagte Schade. "Wenn kein Regen kommt, können wir mit keiner guten Ernte rechnen." Die hiesigen Pflanzen seien jetzt in der Wachstumsphase nicht auf solche hohen Temperaturen eingestellt. Außerdem sei der Brandenburger Boden zu sandig und könne die Feuchtigkeit nicht halten. Die Bauern müssten ihre Bewässerungstechnik einsetzen, aber das treibt die Kosten in die Höhe. Staatliche Hilfe ist dafür nur in Ausnahmefällen oder bei einem "Totalausfall" der Ernte möglich. Das Geld dafür müsse dann woanders abgezogen werden, sagte Schade. "Wenn wir noch zwei Wochen keinen Regen haben, dann ernten wir dreißig Prozent weniger als sonst." (bla.)
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