Anhebung soll Wachstum und Inflation eindämmen

Peking erhöht erneut Leitzins

Bernhard Bartsch
2 Min

PEKING. Die People's Bank of China hat gestern zum vierten Mal in diesem Jahr die Leitzinsen erhöht. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua will Chinas Zentralbank damit die überhitzte Wirtschaft und die galoppierende Inflation in den Griff bekommen. Im Juli waren die Verbraucherpreise mit 5,6 Prozent so schnell gestiegen wie seit über zehn Jahren nicht mehr. In den ersten sieben Monaten lag Chinas Inflationsrate mit 3,5 Prozent deutlich über der angestrebten Höchstmarke von drei Prozent, vor allem auf Grund sich schnell verteuernder Lebensmittel. Chinas Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Halbjahr mit 11,5 Prozent ebenfalls stärker als von der Regierung erhofft. Angestrebt sind neun Prozent, doch bisher ist es den Pekinger Wirtschaftsplanern nicht gelungen, die hohe Investitionstätigkeit zu drosseln, die das Wachstum maßgeblich treibt.Aktienkurse auf hohem NiveauDie Zinserhöhung soll die stürmische Expansion nun abbremsen. Ab Mittwoch gilt für einjährige Sparguthaben ein um 27 Basispunkte erhöhter Satz von 3,60 Prozent. Die Darlehenszinsen steigen von 6,84 auf 7,02 Prozent. Die Maßnahme der Zentralbank war von Experten allgemein erwartet worden, obwohl der Zeitpunkt wenige Tage nach der Zinssenkung der US-Notenbank Fed einige Marktbeobachter überraschte. Doch während die Fed den Tiefenrausch der internationalen Aktienmärkte stoppen wollte, sind Chinas Börsen weitgehend vom Ausland abgeschottet - und ein Kursverfall wäre Peking durchaus willkommen. Die Regierung warnt schon seit Monaten vor einer Blase an den Börsen Schanghai und Shenzhen. Chinas Leitindex, der Shanghai Composite Index, ist seit Anfang des Jahres um über 80 Prozent gestiegen.

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