USA

Bei Late-Night-Show von Jon Stewart: Baerbock witzelt über die UN

Die frühere Bundesaußenministerin war bei der Satiresendung „The Daily Show“ zu Gast. Sie gehört zu den wenigen Deutschen, die in der Sendung interviewt wurden.

3 Min
Annalena Baerbock, Präsidentin der UN-Vollversammlung, war bei einer US-Late-Night-Show zu Gast.

Annalena Baerbock, Präsidentin der UN-Vollversammlung, war bei einer US-Late-Night-Show zu Gast.

© Frederick Florin/dpa

Die ehemalige deutsche Außenministerin und derzeitige Präsidentin der UN-Generalversammlung Annalena Baerbock ist am Montagabend in der US-amerikanischen Satiresendung „The Daily Show“ von Jon Stewart aufgetreten. In dem rund 18-minütigen Gespräch warb die Grünen-Politikerin für die Arbeit der Vereinten Nationen und für diplomatische Lösungen internationaler Konflikte.

Deutsche Gäste sind in der Sendung eher selten. Vor Baerbock waren unter anderem Regisseur Werner Herzog, Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg, Schauspieler Daniel Brühl, der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sowie Ex-Außenminister Joschka Fischer eingeladen.

Baerbock beschreibt ihre Aufgabe bei der UN

Stewart stellte die 45-Jährige mit dem Hinweis vor, den wenigsten Menschen sei bewusst, dass die UN-Generalversammlung überhaupt eine Vorsitzende habe. Baerbock, die für ihre einjährige Amtszeit im September 2025 nach New York gezogen ist, beschrieb ihre Aufgabe, 193 Mitgliedsstaaten zusammenzubringen, mit einem Familienbild: „Stellen Sie sich vor, Sie bringen Ihre Familie für Thanksgiving am Tisch zusammen – und Sie haben einen verschrobenen Onkel, Ihre Hippie-Mutter, und dann sollen die alle zusammen aus demselben Liederbuch singen.“

Auf Stewarts süffisante Nachfrage, ob der verschrobene Onkel oder die Hippie-Mutter über Atomwaffen verfügten, wich Baerbock aus und bemerkte: „Offen gesagt: In der Geschichte waren es selten die Frauen, die die Atombombe hatten.“ Die UN seien „nicht dafür gedacht, die Menschheit in den Himmel zu bringen, sondern die Menschheit vor der Hölle zu bewahren“. Dass dieser Satz ausgerechnet aus dem Mund einer Deutschen komme, klinge bestimmt exzellent auf Deutsch, antwortete Stewart in Anspielung auf den Holocaust. „Leider war das mein Land. Und wir haben unsere Lektionen gelernt“, erwiderte Baerbock und verwies auf die zwei Weltkriege und den Mord an sechs Millionen Juden als Gründungskontext der Vereinten Nationen.

Baerbock nutzte den Auftritt auch, um auf die anstehenden Bewerbungsgespräche zur Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres aufmerksam zu machen, dessen Amtszeit am 31. Dezember endet. Erstmals in der 80-jährigen Geschichte der UN könnte eine Frau an die Spitze rücken.

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Auf Stewarts Hinweis, Russland und China hätten gegen eine Resolution zur Offenhaltung der Straße von Hormus gestimmt – obwohl China einen erheblichen Teil seines Öls von dort beziehe –, antwortete Baerbock, die Konstellation der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats mit ihren Vetorechten habe die Lösung vieler Konflikte verhindert und der Glaubwürdigkeit der UN geschadet.

„Hoffentlich versteht jetzt jeder, dass niemand gewinnen kann, wenn wir nicht wieder zu diplomatischen Beziehungen zurückkehren“, sagte Baerbock. Die UN-Charta sei „eine Lebensversicherung für jeden“.

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