Sabotageverdacht

Anschlag auf Bahn-Kabelschacht in Leverkusen: Staatsschutz vermutet Sabotage

Unbekannte durchtrennten in Leverkusen mehrere Kabel der Deutschen Bahn. Der Zugverkehr blieb ungestört, rund 400 Haushalte hatten aber Probleme mit dem Telefon.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Im Leverkusener Stadtteil Manfort wurden Kabelstränge durchtrennt.

Im Leverkusener Stadtteil Manfort wurden Kabelstränge durchtrennt.

© Hans Blossey/imago

Nach einer Beschädigung an Daten-, Strom- und Glasfaserkabeln in Leverkusen ermittelt der polizeiliche Staatsschutz wegen des Verdachts auf Sabotage zum Nachteil der Deutschen Bahn. Das teilte die Polizei Köln am Freitag mit.

Der Staatsschutz ist die Fachabteilung der Kriminalpolizei für politisch motivierte Straftaten, etwa Angriffe auf kritische Infrastruktur oder Delikte mit extremistischem Hintergrund. Übernimmt er die Ermittlungen, schließen die Behörden einen solchen Hintergrund zumindest nicht aus.

Nach bisherigen Erkenntnissen öffneten Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag an der Stixchesstraße im Stadtteil Manfort nahe der Gleistrasse einen unterirdischen Kabelschacht und durchtrennten dort mehrere Leitungen. Bei den betroffenen Kabeln der Bahn habe es sich um nicht mehr genutzte Leitungen gehandelt, hieß es von der Polizei. Der Regional- und Fernverkehr sei deshalb nicht beeinträchtigt gewesen.

Nach Angaben eines Telekommunikationsanbieters, auf die sich die Polizei beruft, kam es durch die Beschädigungen jedoch zu Ausfällen im Telefonnetz von rund 400 Leverkusener Haushalten.

Zweiter Vorfall binnen weniger Wochen

Bereits im Juli hatte es bei Leverkusen einen mutmaßlichen Brandanschlag auf einen Kabelschacht der Bahn gegeben, der damals zu Störungen im Zugverkehr führte. Die Ermittler schlossen laut Polizeiangaben einen politischen Hintergrund nicht aus – im Internet war ein Bekennerschreiben veröffentlicht worden.

Einem Medienbericht zufolge soll das Schreiben im Namen der linksextremen Gruppierung „Kommando Angry Birds" verfasst worden sein.

Nach Angaben des Bundesamts für Verfassungsschutz bekannte sich diese Gruppe in den vergangenen Jahren mehrfach zu Anschlägen auf Bahnanlagen. Das BfV nennt für einen Brandanschlag der Gruppe antikapitalistische und ökologische Motive.

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