Immer ging die Gesellschaft verändert aus existenziellen Krisenzeiten wie Kriegen und Seuchen hervor. Der Kulturgeschichtsschreiber Egon Friedell sprach 1927 – also in einer Zwischenkriegszeit – von der „Inkubationszeit“, die in der Geschichte großen Veränderungen, positiven ebenso wie negativen, vorausgehe. Als Krise des Bestehenden oder als unterschwelliges Begleitsymptom des Neuen? Vermutlich fällt beides zusammen, und das macht die Lage so unübersichtlich. Diese Leerstelle lässt der Fantasie einen Raum, in dem Rettung und Vernichtung konkurrieren. Das macht solche „Inkubationszeiten“ so interessant. Sie sind wie die Stille vor dem Sturm.
Zeitenwende
Ansteckender Optimismus
Pandemien verändern uns, als Einzelperson wie als Gesellschaft. Was also erwartet den Planeten 2021? Ein Blick zurück in die Seuchenhistorie lässt hoffen.
Gunnar Decker
13 Min
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Egon Schiele malte „Tod und Mädchen“ 1915 wie eine Vorahnung: Im Herbst 1918 starb seine Frau Edith an der Spanischen Grippe, drei Tage später raffte die Seuche auch ihn dahin.
© Österreichische Galerie Belvedere/gemeinfrei
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