Eins vorweg: Es ist gut, wenn ein Künstler beizeiten die eingeschlagene Erfolgsschiene verlässt. Dem britischen Dramatiker und Regisseur Alexander Zeldin ist daher Respekt dafür zu zollen, dass er sich mit seinem Stück „Antigone. Der Abschied“, einer lockeren Sophokles-Überschreibung, auf neues Terrain wagt.
Bisher kennt man ihn hierzulande für seine hyperrealistischen Milieustudien, die mit lakonischer Intensität und Genauigkeit die Marginalisierten dieser Welt auf die große Bühne hieven. Bei ihnen blickt man ohne Kitsch in eine aufgebaute Notunterkunft oder den Aufenthaltsraum einer Fabrik, wo kleine große Alltagsdramen ihre Runden drehen. Dass immer auch Laien mitspielten, stärkte nur ihre soziale Klarheit.
Theater
„Antigone. Der Abschied“ in der Schaubühne: Sophokles als Fernsehspiel
Jörg Hartmann und Julia Windischbauer in Alexander Zeldins „Antigone. Der Abschied“: Der Sophokles-Stoff schrumpft zum Psychokrimi. Die Kritik
3 Min
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„Antigone. Der Abschied“ von Alexander Zeldin in der Schaubühne. Szene mit Julia Windischbauer (l.) und Jörg Hartmann (r.)
© Gianmarco Bresadola
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