GROSS GLIENICKE. Die Gemeinde kommt im Konflikt um einen gesperrten Uferpfad am Groß Glienicker See nicht zur Ruhe. Der übermannshohe Zaun, mit dem Anwohner im März einen zuvor öffentlich genutzten Sandweg auf mehreren Hundert Meter Länge versperrt hatten, wurde am Wochenende von Unbekannten angezündet und verbrannte teilweise. Anwohner Christian Wedig, dessen Grundstück direkt dahinter liegt, hält die Tat für eine Aggression gegen alle Hausbesitzer am "Seeweg". Die Stimmung sei eskaliert, seit im Gemeindeblatt die Sperrung des Uferwegs als "gewaltsame Landnahme" und "erneuter Mauerbau" bezeichnet worden sei. "Es kann doch wohl nicht angehen, daß bei uns jetzt Faustrecht herrscht", sagte Wedig.Das Amt Fahrland (Potsdam-Mittelmark), zu dem Groß Glienicke gehört, hatte die Anwohner vor zwei Wochen aufgefordert, ihren Zaun zu entfernen. Die Gemeinde beruft sich darauf, daß der Pfad als ehemaliger Kolonnenweg der DDR-Grenzanlagen schon im Juni 1990 öffentlich "gewidmet" worden sei. Damit wäre eine private Sperrung unzulässig. Zudem macht Groß Glienikke ein Vorkaufsrecht für die entsprechenden Flurstücke geltend, die im Dezember 1998 als ehemalige Mauergrundstücke von der Oberfinanzdirektion Cottbus (OFD) an die Nachfolger der Alteigentümer verkauft worden waren. Die OFD bestreitet dieses Vorkaufsrecht, weil die Gemeinde zum Zeitpunkt des Verkaufs keinen "bestandskräftigen Bebauungsplan" gehabt habe.Groß Glienickes Bürgermeister Daniel Dörr will sich nach eigenen Angaben um eine einvernehmliche Lösung des Konflikts bemühen. Die mutmaßliche Brandstiftung sei eine "beschämende Geschichte", sagte er. Ziel eines Kompromisses müsse aber nach wie vor der öffentliche Zugang zum Seeufer sein. (jan.)
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