Obstbau

Apfelernte 2026: Warum die Äpfel dieses Jahr anders aussehen

Hitze und Trockenheit setzen den Apfelbäumen zu: Die Früchte bleiben klein, bekommen Sonnenbrand und reifen zu früh.

3 Min
Kleine Früchte, Sonnenbrand und Notreife: Die Hitze setzt den Apfelbäumen in Sachsen-Anhalt und Sachsen zu.

Kleine Früchte, Sonnenbrand und Notreife: Die Hitze setzt den Apfelbäumen in Sachsen-Anhalt und Sachsen zu.

© Thomas Warnack/dpa

Wer in diesem Jahr einen Apfel vom Baum pflückt, könnte sich über sein Aussehen wundern: Manche Früchte bleiben auffallend klein, andere haben braune Stellen oder sind auf einer Seite von der Sonne geschädigt. Die Apfelernte 2026 fällt besonders in Sachsen-Anhalt und Sachsen voraussichtlich deutlich schwächer aus als im vergangenen Jahr. Doch nicht jeder ungewöhnlich aussehende Apfel ist deshalb gleich unbrauchbar.

Vor allem Hitze und Trockenheit haben den Obstbäumen zugesetzt. Die Früchte können dadurch vorzeitig reifen oder vom Baum fallen, obwohl sie noch nicht ihre normale Größe erreicht haben. Fachleute sprechen in solchen Fällen von Notreife. Gleichzeitig kann intensive Sonneneinstrahlung zu Sonnenbrand auf der Schale führen.

In Sachsen-Anhalt werden in diesem Jahr nach Angaben der Obstbauern rund 13.100 Tonnen Äpfel erwartet. Im vergangenen Jahr waren es noch gut 17.000 Tonnen. Damit liegt die erwartete Erntemenge rund ein Viertel niedriger. Auch in Sachsen wird mit weniger Äpfeln gerechnet: Dort werden etwa 53.600 Tonnen erwartet, nach rund 58.600 Tonnen im Vorjahr.

Die Äpfel sind kleiner – und die Ernte kommt früher

Für die Obstbauern bedeutet das nicht nur weniger Ertrag. Auch der Ablauf der Ernte verändert sich. Matthias Schulz von der Kelterei Schulz in Diesdorf in der Altmark rechnet mit einem deutlich geringeren Behang als im vergangenen Jahr. Die Ernte könne zudem früher beginnen und kürzer ausfallen.

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Das Problem: Ein Apfel kann äußerlich bereits nach einem reifen Apfel aussehen, obwohl sein Reifeprozess durch die Witterung aus dem normalen Rhythmus geraten ist. Gerade bei hohen Temperaturen und Wassermangel reagieren die Bäume mit Stress.

Für die Verarbeitung sind solche Früchte allerdings nicht zwangsläufig verloren. Auch kleinere oder optisch beeinträchtigte Äpfel können zu Saft oder anderen Produkten verarbeitet werden. Entscheidend ist, in welchem Zustand die Früchte tatsächlich sind.

Was bedeutet das für den Geschmack?

Für Keltereien ist vor allem das Verhältnis von Zucker und Säure interessant. Bei einer Notreife können Äpfel weniger Zucker eingelagert haben als bei einer normalen Ausreifung. Das kann sich auch auf das Endprodukt auswirken.

Für Verbraucher dürfte der ungewöhnliche Anblick deshalb zunächst auffälliger sein als die tatsächliche Qualität. Ein Apfel mit Sonnenbrand ist nicht automatisch verdorben. Beschädigte Stellen können – je nach Ausmaß – entfernt werden. Anders sieht es bei faulen oder stark geschädigten Früchten aus. Die diesjährige Apfelernte zeigt damit auch, wie unmittelbar sich extreme Wetterbedingungen auf ein alltägliches Lebensmittel auswirken. Zwischen dem ersten grünen Apfel am Baum und dem Saft im Supermarkt liegen viele Faktoren – und in diesem Jahr gehört dazu besonders die Hitze.

Für Sachsen und Sachsen-Anhalt bedeutet die Ernte 2026 deshalb vor allem eines: Es gibt weniger Äpfel, sie sehen teilweise anders aus und die Saison dürfte früher und schneller verlaufen als üblich. Ganz verloren ist die Ernte deswegen aber nicht.

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