Nach Dahlwitz-Hoppegarten hat nun auch die Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf (Märkisch-Oderland) ihren Vertrag mit der "Kommunalen Arbeitsvermittlung" in Neuenhagen gekündigt. Dies sei rein aus verwaltungstechnischen Gründen geschehen, sagte Bürgermeister Wolfgang Thamm (parteilos). Der Vertrag hätte sich sonst ab April automatisch um ein Jahr verlängert. "Unsere Kündigung heißt noch nicht, dass wir nicht doch mit der Arbeitsvermittlung zusammenarbeiten wollen", sagte Thamm. Die Gemeindevertretung werde demnächst zu diesem Thema eine Entscheidung treffen, kündigte der Bürgermeister an. Er sei zuversichtlich, dass es weiterhin eine Zusammenarbeit mit der Neuenhagener Einrichtung geben werde. Bisher sind 15 Arbeitslose aus der Kommune erfolgreich vermittelt worden. Das erschien einigen Gemeindevertretern zu wenig, denn die Kommune beteiligt sich mit jährlich 50 000 Mark an der Arbeitsvermittlung. "Die Leute vergessen aber, dass die Arbeitsvermittlung auch eine direkte Wirtschaftsförderung für einheimische Unternehmen ist." Denn der Service ist kostenlos. Es gibt nur eine Bedingung: Einer der beiden Partner Arbeitnehmer oder Betrieb muss aus dem Ort kommen. Für eine weitere Zusammenarbeit sprechen nach Ansicht von Thamm die Erfolge. So sind in den neun Monaten 85 freie Stellen in seiner Kommune akquiriert worden, waren 146 Arbeit Suchende zu Gesprächen in Neuenhagen. "Bei uns rufen viele verunsicherte Arbeit Suchende an, die empört sind über die Kündigungen der Gemeinden", sagte Heidi Ulbricht, eine der zwei Mitarbeiterinnen der Kommunalen Arbeitsvermittlung. Viele Vermittlungen zögen sich einfach bis zu einem halben Jahr hin. Seit Beginn der Tätigkeit der Einrichtung im Mai 1998 seien 199 Arbeit Suchende vermittelt worden, davon 103 aus Neuenhagen, neun aus Dahlwitz-Hoppegarten und 70 aus anderen Orten wie Hönow oder Altlandsberg. Auch Unternehmer aus der Region schätzen den kostenlosen Service. "Die sind oft besser als das Arbeitsamt, und es wird eine Vorauswahl der Bewerber getroffen", sagte Gerhard Spickermann, Leiter eines Betriebs für Optoelektronische Komponenten und Applikationen. Drei Mitarbeiter habe er bisher eingestellt. (md.)
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