Im bayerischen Nördlingen fanden Archäologen ein mehr als 3000 Jahre altes Bronzeschwert, und es ist „so gut erhalten, dass es beinahe noch glänzt“, wie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLFD) mitteilte. „Ein Fund wie dieser ist sehr selten“, schwärmt der Generalkonservator Mathias Pfeil. Zwar habe sich die Bronze über die Jahrtausende grünlich verfärbt, und an der Klinge hätten sich kleinere Abplatzungen gebildet, sonst aber weise das Schwert kaum einen Makel auf: „Der Erhaltungszustand ist außergewöhnlich!“
Gefunden wurde das Schwert in einem mit allerlei weiteren Bronzebeigaben versehenen Grab, in dem ein Mann, eine Frau und ein etwa zwölfjähriger Jugendlicher kurz nacheinander bestattet worden waren. Ob oder wie sie verwandt waren, ist momentan noch unklar. Die Waffe lässt jedoch darauf schließen, dass die Toten von hohem Stand waren.
Der prächtige Griff des Schwertes ist unter anderem mit einem eingeprägten Wellenmuster verziert und mit farblich kontrastierendem Material gefüllt. Und auch sonst erforderte die Herstellung eines solchen sogenannten Achtkantschwerts im 14. Jahrhundert vor Christus einigen Aufwand, da der Griff über die Klinge gegossen werden muss. Trotz der Verzierungen und komplett fehlender Hiebspuren wird davon ausgegangen, dass es sich bei dem Fund um eine echte Waffe handelt. So liegt der Schwerpunkt des Schwertes im vorderen Teil der Klinge, was auf eine überwiegend auf Hiebe ausgerichtete Ausbalancierung hindeutet.
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Made in Bavaria?
Archäologen zufolge treten Achtkantschwerter hauptsächlich an zwei Orten auf: in Süddeutschland sowie im deutsch-dänischen Grenzgebiet hoch im Norden. Da viele der norddeutschen Schwerter die Guss- und Bautechnik ihrer süddeutschen Kollegen nachahmten, versuchen die zuständigen Archäologen nun herauszufinden, ob das Schwert in Bayern hergestellt, importiert oder von Wanderhandwerkern fabriziert worden ist.
Schwerter aus der Bronzezeit sind höchst selten und entstammen normalerweise entweder Grabhügeln, die im 19. Jahrhundert gezielt, aber unsachgemäß geöffnet wurden, oder sie tauchen als einzelne, mutmaßliche Opferfunde auf. Anlass der Grabungen in Nördlingen waren mehrere auf dem Gelände geplante Firmenhallen und die im Vorfeld von Baumaßnahmen obligatorische Untersuchung des Bodens. Der sei im Übrigen so dicht gewesen, dass keine Luft durchdringen konnte und das Schwert so vor Korrosion bewahrt wurde.
Da die Gegend, in der das Schwert gefunden wurde, das sogenannte Nördlinger Ries im Grenzgebiet zwischen Schwäbischer Alb und Fränkischer Alb, in vorgeschichtlichen Zeiten gut besiedelt gewesen sei, ist es eigentlich keine Überraschung, dass dort „etwas Bedeutsames in der Erde gefunden wird“, berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Der älteste Fund aus dem Gebiet soll ein zwischen 70. 000 bis 80.000 Jahre alter Faustkeil gewesen sein. Was der Zweck des von zwei Seiten bearbeiteten, spitz zugerichteten Steins gewesen sein könnte, wissen bislang nicht einmal die Archäologen.
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