Auf dem mit Fähnchen und Luftballons bunt geschmückten Rathausplatz von Rheinstadt wartet ein freudig erregtes Empfangskomitee auf die Neubürger. Freiwillige und Angehörige brechen in Jubel aus, als die Busse ankommen. Die 300 Männer und Frauen, die aussteigen, sind nicht etwa Helden, sondern Strafgefangene, die aufgrund einer lokalen Amnestie entlassen und mit dem Modellprojekt Trust resozialisiert werden sollen. Jeder Knacki, ob Mörder oder Betrüger, bekommt einen Job und eine Wohnung – und muss sich den Opfern seiner Taten stellen.
Das ist schon ein starkes Stück: Während landesweit eher die lasche und lahme Umsetzung der Strafgesetze diskutiert wird, in Berlin Feuerwehrleute und Polizisten resigniert beklagen, dass die Silvesterkrawalle kaum geahndet wurden, zeigt diese achtteilige ARD-Serie mit dem großspurigen Namen „A Better Place“ einen radikal anderen Ansatz: Keine Haft für niemand! Ist das utopisch oder nur realitätsblind?
TV-Serie
Keine Haft für niemand: Amnestie in der ARD-Serie „A Better Place“
Sozialisieren statt wegsperren. Eine deutsche Kleinstadt entlässt alle Strafgefangenen in die Freiheit. Stoff für eine achtteilige TV-Serie. Die Kritik.
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„A better place. Stadt ohne Knast“: der verurteilte Straftäter Mark (Johannes Kienast, M.) auf dem Weg in die Freiheit
© WDR
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