Diplomatie

Steinmeier verärgert Aserbaidschan mit Social-Media-Post: Deutscher Botschafter einbestellt

Ein Beitrag im Social-Media-Account des Bundespräsidenten löst Unmut in Aserbaidschan aus. Was ist der Grund?

2 Min
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

© Fabian Sommer/dpa

Das aserbaidschanische Außenministerium hat am Montag den deutschen Botschafter in Baku, Ralf Horlemann, einbestellt. Wie aus einem Bericht der staatlichen aserbaidschanischen Nachrichtenagentur Azertac hervorgeht, hatte das Bundespräsidialamt zuvor in seinen Social-Media-Kanälen in einem Beitrag über den Besuch von Frank-Walter Steinmeier in Armenien und Aserbaidschan eine falsche Flagge geteilt.

Der Beitrag „verstieß gegen die territoriale Integrität und Souveränität Aserbaidschans, indem er die sogenannte ‚Flagge‘ des einst in den vormals besetzten Gebieten Aserbaidschans errichteten Marionettenregimes teilte“, hieß es in dem Bericht. Die Verärgerung darüber sei dem Botschafter mitgeteilt worden.

Azertac veröffentlichte zudem ein Entschuldigungsschreiben aus dem Bundespräsidialamt, in dem eingeräumt wurde, dass die falsche Flagge wegen eines „technischen Fehlers“ verwendet wurde. Die Beiträge seien schnell zurückgezogen worden. Deutschland erkenne selbstverständlich weiterhin die territoriale Integrität Aserbaidschans an, hieß es in dem Schreiben. Man entschuldige sich für den falschen Eindruck, der bei einigen Menschen in Aserbaidschan entstanden sei.

Screenshot des Briefes vom Bundespräsidialamt

Screenshot des Briefes vom Bundespräsidialamt

© Azertac

Armenien und Aserbaidschan führten Kriege um Region Bergkarabach

Bundespräsident Steinmeier war am Sonntag zu einer viertägigen Reise nach Armenien und Aserbaidschan aufgebrochen. Die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan führten in den vergangenen Jahrzehnten zwei Kriege um die Region Bergkarabach.

Im Jahr 2023 brachte Aserbaidschan in einer großangelegten Militäroffensive die mehrheitlich von ethnischen Armeniern bewohnte Region unter seine Kontrolle. Der Militäreinsatz löste die Flucht der mehr als 100.000 Menschen nach Armenien aus.

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