Die Polizei hat am Montag das Büro der russischen Nachrichtenagentur Sputnik Aserbaidschan in Baku durchsucht. Das berichten örtliche Medien unter Berufung auf das Innenministerium in Baku. Sicherheitskräfte übernahmen demnach die Kontrolle über das Gebäude. Weitere Informationen zu dem Einsatz sollen später bekannt gegeben werden.
Laut dem aserbaidschanischen Nachrichtenportal Qafqazinfo war das Büro von Sputnik Aserbaidschan – einem Ableger der russischen Staatsagentur Rossiya Segodnya unter Leitung von Margarita Simonjan – bereits seit dem 24. Februar offiziell geschlossen worden. Dennoch setzten Mitarbeitende ihre Tätigkeit vor Ort unbeirrt fort.
Nach Informationen der lokalen Medien wurden bei der Razzia zwei mutmaßliche Agenten des russischen Geheimdienstes FSB festgenommen, die sich als Journalisten ausgegeben haben sollen.
Spannungen zwischen Aserbaidschan und Russland
Der Vorfall markiert einen neuen Tiefpunkt in den angespannten Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Russland. Hintergrund ist unter anderem die Festnahme mehrerer Aserbaidschaner in der russischen Stadt Jekaterinburg in der vergangenen Woche, bei der zwei Personen ums Leben kamen. In Reaktion darauf wurde der russische Botschafter ins aserbaidschanische Außenministerium zitiert, russische Kulturveranstaltungen im Land wurden abgesagt.
Das aserbaidschanische Kulturministerium wirft russischen Sicherheitskräften außergerichtliche Tötungen und Gewalt „aus ethnischen Gründen“ vor – ein Vorwurf, den Moskau zurückweist. Für Empörung sorgte zuletzt auch der russische TV-Propagandist Sergej Mardan, der Baku öffentlich als „russische Stadt“ bezeichnete.
Kreml reagiert auf Aserbaidschans Vorwürfe
Auf die Entscheidung des aserbaidschanischen Kulturministeriums angesprochen, äußerte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag sein Bedauern: „Wir bedauern solche Entscheidungen aufrichtig. Es ist wichtig, weiterhin aufzuklären, welche Ereignisse nach Ansicht der aserbaidschanischen Seite zu solchen Schritten geführt haben.“
Mit Blick auf die Vorfälle in Jekaterinburg fügte Peskow hinzu: „Wir gehen davon aus, dass alles, was dort geschieht, im Zusammenhang mit der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden steht – das kann und sollte aus unserer Sicht keinen Anlass für eine solche Reaktion geben.“
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