Die Asiatische Hornisse ist in Brandenburg angekommen. In Eisenhüttenstadt haben Fachleute erstmals im Bundesland ein Nest der eingeschleppten Art entfernt – inklusive Königin.
„Das Nest ließ sich ganz gut entfernen“, sagte Imker Holger Ackermann, Sprecher des Imkerverbandes Brandenburg. Die Königin gründet den Staat und legt die Eier. Für Menschen ist eine einzelne Asiatische Hornisse in der Regel ungefährlich. Trotzdem bitten die Behörden um Mithilfe – denn die Art gilt als Gefahr für Bienen, Obstbau und die heimische Natur.
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Warum der Nabu zum Melden aufruft
Die Asiatische Hornisse breitet sich auch in Berlin immer weiter aus – und der Naturschutzbund (Nabu) bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Berliner sollen in der Hauptstadt gezielt nach Hornissennestern Ausschau halten und Sichtungen dokumentieren.
Der Grund: Nur wenn Funde gemeldet werden, lässt sich die Ausbreitung der invasiven Art nachweisen. Doch Vorsicht ist geboten – denn wer die Asiatische Hornisse mit ihrer heimischen Verwandten verwechselt und einfach zuschlägt, kann geschützten Tieren schaden. Was Sie jetzt wissen müssen, worauf es beim Erkennen ankommt und wie Sie richtig reagieren.
Die Idee hinter der Aktion ist einfach: Ohne dokumentierte Sichtungen bleibt die Ausbreitung der neuen Art im Verborgenen. Die gesammelten Daten sollen helfen, die Verbreitung der Asiatischen Hornisse besser einzuschätzen.
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Sie dienen aber auch einem zweiten Ziel: Schutzkonzepte für die Europäische Hornisse zu entwickeln. „Wer Hornissen sieht, soll sie idealerweise fotografieren und das Bild auf naturgucker.de hochladen“, sagt Melanie von Orlow vom Nabu der Berliner Zeitung. Sie ist dort für den Hymenopteren-Dienst zuständig, der sich um die Umsiedlung von Insekten kümmert.
Ein perfektes Foto ist dabei nicht nötig. „Ein gestochen scharfes Bild ist nicht nötig – meist reichen auch verwackelte Aufnahmen. Aber ohne Foto kann eine Sichtung nicht wirklich ausgewertet werden“, so von Orlow.
So erkennen Sie die Asiatische Hornisse
Die beiden Arten werden oft verwechselt – mit fatalen Folgen für die heimischen Bestände, wenn geschützte Tiere verbotenerweise getötet werden. Umso wichtiger ist der Blick auf die Unterschiede.
Als besonders markantes Merkmal der Asiatischen Hornisse gelten ihre gelben Beine – die hat die Europäische Hornisse nicht. Auch das Verhalten unterscheidet sich deutlich:
Asiatische Hornisse: Das gilt es zu beachten
- Europäische Hornisse: bundesweit verbreitet, auch nachts aktiv, nistet in Baumhöhlen, auf Dachböden oder in Rollladenkästen – also in geschützten Hohlräumen.
- Asiatische Hornisse: nur tagaktiv, baut ihr Frühjahrsnest meist an Gebäuden, das größere Sommernest hingegen oft in Baumkronen in mehr als zehn Metern Höhe.
Wie gefährlich ist die neue Art?
Für Menschen stellt eine einzelne Asiatische Hornisse in der Regel keine Gefahr dar. „Sie verhält sich fernab des Nestes nicht aggressiv gegenüber Menschen“, teilte das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium mit. Auch Imker Holger Ackermann vom Imkerverband Brandenburg beruhigt: „Es ist keine Killer-Hornisse.“
Vorsicht ist trotzdem geboten. Die Tiere verteidigen ihre Nester – etwa an Carports, Schuppen oder Scheunen – bei Störungen mit massiven Stichattacken. Deshalb gilt bei aktiven Nestern immer: Abstand halten.
Das eigentliche Problem liegt woanders: Die Asiatische Hornisse bildet sehr viel größere Völker in höherer Dichte und bejagt gezielt Bienenvölker. Bienen sind das drittwichtigste Nutztier des Menschen. Angesichts des seit Jahrzehnten anhaltenden Bienensterbens durch die Varroa-Milbe sollen zusätzliche Angriffe durch die invasive Art verhindert werden.
Berlin und Brandenburg: Die Art rückt näher
Die Asiatische Hornisse wurde 2014 erstmals in Deutschland gesichtet und breitet sich seither von Westen nach Osten aus. Inzwischen gilt sie als etablierte Art. In Berlin wurde 2023 das erste Nest nachgewiesen und schnell vom Hymenopteren-Dienst des Nabu vernichtet.
In Brandenburg wurde nun zum ersten Mal ein Nest entfernt – in Eisenhüttenstadt, an einem Dachvorsprung eines Bürogebäudes. Fachleute in Schutzanzug, mit Haube und Handschuhen rückten an. „Das Nest ließ sich ganz gut entfernen“, sagte Ackermann. Entscheidend: Auch die Königin wurde erwischt. „Ich habe sie mit eigenen Augen gesehen.“ Das ist wichtig, weil die Königin den Insektenstaat gründet und die Eier legt.
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