Die Proteste um die Wiederaufbereitungsanlage im bayerischen Wackersdorf, Sitzblockaden auf Bahnschienen wegen der Castortransporte nach Gorleben, Großdemonstrationen gegen das geplante Atomkraftwerk im schleswig-holsteinischen Brokdorf: Diese Bilder aus der alten Bundesrepublik West stehen sinnbildlich für die Anti-AKW-Bewegung. Genauso, wie die Anti-Atom-Sonne mit ihrem Slogan „Atomkraft? Nein danke“ seit den 70er Jahren synonym für die Grünen stand – und immer noch steht.
Die rot-grüne Kanzlerschaft unter Gerhard Schröder führte dann 2002 zum Atomausstieg. Die Grünen hatten ihr Gründungsziel erreicht und konnten danach einen neuen Schwerpunkt setzen: den Klimaschutz. Doch über die Jahre wurde ein Problem immer augenfälliger: Es fehlt massiv an Ökostrom, um Energiewirtschaft, Verkehr, Industrie und Wärmeversorgung zu dekarbonisieren. Während die Energiewende nur in Trippelschritten vorankommt, laufen Strompreise und Systemkosten in Deutschland aus dem Ruder.
In anderen Ländern unterstützt die Atomkraft die Erneuerbaren im Kampf um den Klimaschutz. In Großbritannien schwenkten nun sogar die Grünen auf einen Pro-Atom-Kurs um. In Finnland geschah dies bereits vor vier Jahren. Klimaschutz sei wichtiger als Ideologie, meinen sie. Spannend.
Klimaschutz
Atomkraft? Ja, bitte! Warum Europas Grüne umschwenken
Während Deutschland zu 100 Prozent erneuerbare Energien anpeilt, setzen andere EU-Mitglieder auch auf Atomkraft. Sogar deren grüne Parteien finden das sinnvoll.
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Die rot-grüne Kanzlerschaft unter Gerhard Schröder führte 2002 zum Atomausstieg. Viele Staaten gehen einen anderen Weg als Deutschland.
© JEFF PACHOUD/AFP
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