Auch in der City West sind demnächst Bauchladengeschäfte verboten

Rote Karte für fliegende Händler

Uwe Aulich Claudia Fuchs
2 Min

CHARLOTTENBURG/MITTE. Auf Tauentzienstraße, Kudamm (bis Joachimstaler Straße), Hardenberg- und Breitscheidplatz sowie auf der Wilmersdorfer Straße dürfen fliegende Händler künftig keine Souvenirs, Mützen, Schmuck oder Brezeln mehr verkaufen. Ab dem 1. Juli ist in der City-West der Bauchladen-Handel untersagt. Bei Zuwiderhandlungen gegen das Verbot würden Ordnungsstrafen gegen die Händler verhängt, sagt der Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Klaus-Dieter Gröhler (CDU). Mit dem Verbot will der Bezirk die seit langem in der City ansässigen Gewerbetreibenden besser schützen. In den vergangenen Monaten hatten sich immer mehr Geschäftsleute über die Bauchladenhändler beschwert. "Nachdem der Bezirk Mitte den Handel mit Bauchläden in bestimmten Gebieten untersagt hat, sind die Händler nun bei uns", sagte Gröhler.In der Ost-Berliner City ist der Bauchladenhandel seit fast zehn Jahren auf rund 60 Straßen und Plätzen verboten. Dazu gehören vor allem die touristischen Zentren wie Potsdamer Platz, Gendarmenmarkt, Unter den Linden, Reichstag und Museumsinsel. Im vergangenen Jahr beschwerten sich dann vor allem Gastronomen am Hackeschen Markt und im Dom Aquarée über die Konkurrenz durch fliegende Händler. Einer war zum Beispiel durch die Tischreihen des Restaurants Weihenstephaner gelaufen und hatte dort seine Brezeln angeboten. Das Bezirksamt dehnte deshalb das Handelsverbot auf den Hackeschen Markt sowie auf Straßen am S-Bahnhof Friedrichstraße und am Dom Aquarée sowie auf fünf Brücken aus. Begründung: Touristen würden sich von den Bauchladenhändlern belästigt fühlen, Schwarzhändler sollten bekämpft werden, hieß es.Doch die Fraktionen von SPD, PDS und FDP im Bezirksparlament konnten diese Begründung nicht nachvollziehen. Die Liberalen sprachen gar von einer "notorischen Regulierungswut des Bezirksamtes". Auf Druck der drei Parteien musste das Bezirksamt das neue Verbot nach knapp vier Wochen wieder aufheben.Ein neuer Anlauf von Baustadträtin Dorothee Dubrau (Grüne) und Wirtschaftsstadtrat Dirk Lamprecht (CDU), das Verbot doch noch einzuführen, scheiterte jetzt im Bezirksamt. Die Mehrheit der Stadträte will nicht noch einmal wegen solch eines Verbots derart massiv in der Öffentlichkeit kritisiert werden wie im vergangenen Jahr, hieß es nach der Sitzung. Damit bleibt es im Bezirk Mitte vorerst beim Bauchladenverbot für 60 Straßen und Plätze. Im Restaurant Weihenstephaner sieht man das mit gemischten Gefühlen. "Es ist notwendig, dass man die Gewerbetreibenden, die Steuern erwirtschaften und Miete zahlen, auch schützt", sagte Wirt Gero Winiarski.------------------------------Foto: Geschichtliches Allerlei: Solch einen Straßenhandel soll es künftig an Kudamm und Tauentzien nicht mehr geben.

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