Okinawa

Zu gut vernetzt: US-Militär verbietet BYD-Autos auf Stützpunkt Kadena in Japan

Auch private Fahrzeuge, Taxis und Lieferfahrzeuge des chinesischen Herstellers dürfen nicht mehr auf das Militärgelände. Die US-Luftwaffe begründet den Schritt mit Sicherheitsrisiken.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
BYD Racco bei einer Modellpräsentation in Tokio

BYD Racco bei einer Modellpräsentation in Tokio

© VCG/imago

Seit Montag dürfen Fahrzeuge des chinesischen Herstellers BYD nicht mehr auf das Gelände des US-Luftwaffenstützpunkts Kadena auf der japanischen Insel Okinawa fahren. Das Verbot gilt für Privatwagen ebenso wie für Taxis und Lieferfahrzeuge. Die Wachposten sollen BYD-Fahrzeuge an den Zufahrten abweisen. Das berichten die Japan Times und der britische Guardian unter Berufung auf das US-Militär.

Die US-Luftwaffe hält die Fahrzeuge für ein unvertretbares Sicherheitsrisiko für ihr Personal und ihre Einsätze. Das erklärte Alli Stormer, Sprecherin des auf Kadena stationierten 18. Geschwaders, laut dem Guardian am Dienstag. Einen konkreten Spionagevorfall im Zusammenhang mit BYD-Autos nannten die US-Streitkräfte nicht.

Sicherheitsbedenken wegen Fahrzeugdaten

Im Mittelpunkt der Bedenken stehen Kameras, Sensoren und Ortungssysteme vernetzter Autos. Damit könnten Informationen über militärische Anlagen erfasst oder weitergegeben werden. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Kadena sind unter anderem Kampf-, Tank- und Aufklärungsflugzeuge stationiert.

Nach Angaben der Japan Times gilt das am 26. Oktober in Kraft getretene Verbot bislang nur für Kadena. Ob das Verbot auf weitere US-Stützpunkte in Japan ausgeweitet wird, ist offen. Die US-Streitkräfte in Japan erklärten, die Kommandeure der Stützpunkte seien befugt, Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Personal und Einrichtungen zu ergreifen.

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BYD bereits auf Pentagon-Liste

Das US-Verteidigungsministerium hatte BYD im Juni auf eine Liste von 188 chinesischen Unternehmen gesetzt, denen es Verbindungen zum chinesischen Militär zuschreibt. Direktaufträge des Pentagons an diese Firmen sind laut Japan Times damit ausgeschlossen.

China hatte 2021 seinerseits Tesla-Fahrzeuge von bestimmten Regierungsgeländen ausgeschlossen und dies ebenfalls mit Sicherheitsbedenken wegen der eingebauten Kameras begründet. Diese Beschränkung hob Peking 2024 wieder auf.

BYD wurde 1995 im südchinesischen Shenzhen als Batteriehersteller gegründet und stieg 2003 in den Automobilbau ein. Der Konzern produziert Elektroautos und Plug-in-Hybride sowie eigene Batterien und elektronische Bauteile. 2025 verkaufte BYD erstmals mehr reine Elektroautos als der US-Konkurrent Tesla. Das Unternehmen expandiert international, besonders stark wächst sein Absatz in Europa.

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