Die Berliner CDU hat ein Personalproblem. Das ist keine Neuigkeit, denn seit dem Bruch der großen Koalition im Jahr 2001, seit der Abwahl der alten Führungskräfte wie Eberhard Diepgen und Klaus Landowsky und dem nachfolgenden innerparteilichen Streit findet die Berliner Union keine Ruhe, keine Personen, hinter der sich die verschiedenen Lager sammeln können. Zu schwach ist der Landesvorsitzende Joachim Zeller, den die meisten in Berlin eher als Bezirksbürgermeister denn als Parteichef kennen, zu blass der junge Fraktionschef Nicolas Zimmer, der inzwischen schon öffentlich darauf hinweist, dass auch er ab und an Autogramme geben müsse. So kann das nichts werden.In einer solchen Situation erscheint Emine Demirbüken-Wegner für viele Christdemokraten als die ideale Lösung. Eine Frau, verheiratet mit dem Reinickendorfer Baustadtrat Wegner, Mutter, dazu beruflich erfolgreich, charmant, kommunikativ und - nicht zu vergessen - türkischstämmig. Eine CDU-Politikerin, die das genaue Gegenteil vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) repräsentiert. Nachdem Demirbüken-Wegner nun in den CDU-Bundesvorstand gewählt wurde, träumen einige Funktionäre von ihr als Spitzenkandidatin bei der Abgeordnetenhauswahl 2006.Nun, gemach. Denn Demirbüken-Wegner verkörpert nur einen bestimmten Flügel der Berliner CDU. Und vor allem hat sie wenig politische Erfahrung, eckt dafür gerne an. Das aber reicht nicht aus, wenn man gegen Wowereit eine Wahl gewinnen will.
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