Auftrag an Spezial-Firma ist für Juni geplant / Fünf Gemeinden hoffen auf beträchtliche Zusatz-Einnahmen

Bürgermeister wollen Hunde ohne Steuermarke aufspüren

Michael Dörschel
2 Min

Von Juni dieses Jahres an will das Amt Ahrensfelde/Blumberg (Barnim) nicht angemeldete Hunde suchen lassen. Mit dieser Aufgabe soll eine Spezial-Firma beauftragt werden, teilte die Kämmerin des Amts, Marlene Unnewehr, mit. "Wir vermuten, dass es bei uns sehr viele unangemeldete Tiere gibt", sagte sie, "viel mehr als angemeldete." Offiziell seien bei den 4 400 Haushalten im Amt - zu dem die Gemeinden Ahrensfelde, Blumberg, Lindenberg, Eiche und Mehrow zählen - genau 1 071 Hunde offiziell registriert. Damit hat etwa jeder vierte Haushalt einen Hund angemeldet. Allein in Mehrow gebe es aber in jedem zweiten Haushalt einen Hund, sagte Unnewehr: "Das schien uns sehr eigenartig." Deshalb habe das Amt die Einwohner aufgefordert, ihre Tiere anzumelden. "Doch die Resonanz war bisher gleich Null", sagt Unnewehr. Die etwa vier Wochen dauernde Kontrolle koste 12 000 Mark, sagte die Kämmerin. Die Firma erhält eine Erfolgsprämie für jedes nicht angemeldete Tier. "Wir glauben, dass sich die Ausgabe für uns letztlich lohnt", sagte Unnewehr.Das Amt nimmt jährlich rund 60 000 Mark an Hundesteuern ein. Für den ersten Hund sind 50 Mark, für den zweiten 75 Mark und ab dem dritten 100 Mark zu bezahlen. "Wir Bürgermeister sind für diese Aktion", sagte der Verwaltungschef von Blumberg, Jörg Dreger (SPD). "Es kann nicht sein, dass die einen ehrlich sind und bezahlen, die anderen aber ihre Tiere verschweigen." Hunde nicht anzumelden sei Steuerhinterziehung und damit ein Straftatbestand.Die Stadt Erkner (Oder-Spree) war 1998 die erste Kommune im Land Brandenburg, die eine "Hundepolizei" ausgeschickt hatte. Günther Heimburger, Amtsleiter für Finanzen und Wirtschaft, sagte, damals seien in der 12 000 Einwohner zählenden Stadt 181 nicht registrierte Hunde von den Mitarbeitern einer Such-Firma aus Niedersachsen gefunden worden. Allein damit kämen jährlich mehr als 12 000 Mark zusätzlich in die Stadtkasse. Die Aktion selbst habe nur etwa 8 000 Mark gekostet. "Das war ein großer Erfolg", sagte Heimburger.Heute sind in Erkner 761 Hunde registriert. Für das erste Tier müssen 84 Mark, für das zweite 104 Mark und ab dem dritten Tier 146 Mark bezahlt werden. 60 000 Mark nimmt die Stadt so pro Jahr ein. Im Gegensatz zum Amt Ahrensfelde/Blumberg werden in Erkner so genannte gefährliche Hunde aber nicht extra besteuert. In Ahrensfelde/Blumberg sind 800 Mark für ein solches Tier zu entrichten.

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