Essay

Aus der aktuellen Ausgabe der Weltbühne: Ungarn will den Wandel, nicht den Westen

Der Westen projiziert seine eigenen Wunschträume auf eine Welt, die er selbst gar nicht kennt. Doch Ungarn wird auch künftig nicht den Empfehlungen aus Brüssel folgen.

Árpád Szakolczai
9 Min
Ungarn wird in seinen Grundzügen auch nach Orbán bleiben, was man in Deutschland „wertkonservativ“ nennt, sagt Árpád Szakolczai.

Ungarn wird in seinen Grundzügen auch nach Orbán bleiben, was man in Deutschland „wertkonservativ“ nennt, sagt Árpád Szakolczai.

© Marton Monus/dpa

Es kommt sehr selten vor, dass Ungarn im Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit steht – und wenn, dann meist aus den falschen oder katastrophalen Gründen. Das letzte Mal geschah dies im Herbst 1956, als die Ungarn als erster und letzter aller sowjetischen Satellitenstaaten einen offenen Aufstand gegen ihre kommunistischen Herrscher und sogar die Rote Armee wagten. Eine ähnlich edle Niederlage ereignete sich 1848–1849, als die Ungarn zwar gegen das Habsburgerreich erfolgreich waren, sich aber gegen die russischen Armeen nicht durchsetzen konnten. Und es gäbe noch weitere Beispiele.

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