1994 wäre wohl Rudolf Scharping Bundeskanzler geworden, wenn ein gewisser Reinhard Höppner ihm nicht die Tour vermasselt hätte. Scharping wurde damals nach dem skandalösen Rücktritt der SPD-Hoffnung Björn Engholm in einer Urwahl von der Basis zum Parteichef der Sozialdemokraten gekürt. Laut Wahlumfragen hatte er damals beste Chancen, bei der Bundestagswahl im Oktober 1994 den Langzeit-Kanzler Helmut Kohl vom Thron zu stoßen. Doch dann kam Höppner.
Höppner hatte mit seiner SPD im Juni 1994 bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt mit der CDU gleichgezogen. Doch selbst zusammen mit den Grünen hätte es nicht für die Mehrheit im Landtag gereicht. Höppner bediente sich machtbewusst einer List und ließ sich von der SED-Nachfolgepartei PDS „dulden“ und mithilfe der Neo-Kommunisten zum Ministerpräsidenten wählen. Eine Steilvorlage für Helmut Kohl, der nun mit seiner „Rote-Socken-Kampagne“ Scharping ausmanövrierte, mit fünf Prozentpunkten vor der SPD über die Ziellinie rutschte und mit der FDP weitere vier Jahre regieren konnte.
Angesichts der schlechten Umfragewerte für die CDU wird Ministerpräsident Sven Schulze in den vergangenen Wochen über den Höppner-Move etwas genauer nachgedacht haben. Schließlich will man Macht bewahren und nicht abgeben.
Sachsen-Anhalt
Sven Schulze und der Höppner-Move: AfD freut sich schon auf Rote-Socken-Kampagne
In seinem Magdeburger Schützengraben sinniert Sven Schulze über seinen Machterhalt. Alle drei Optionen sind schlecht. So oder so: die CDU droht zu zerfallen.
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Sven Schulze von der CDU will Sachsen-Anhalts Ministerpräsident bleiben. Doch die Optionen für einen Machterhalt sind nicht allzu gut.
© RONNY HARTMANN
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