BERLIN, 26. November. Die Villa an der Havel war einst der Treffpunkt der Heiligenseer Schützengilde. Ein Wappen mit gekreuzten Gewehren und einer Zielscheibe über der Eingangstür zeugt von vergangenen Turnieren und Festen. Doch geben die Waffenbrüder in dem Gebäude an der Sandhauser Straße 99 schon lange nicht mehr den Ton an. Denn der neue Eigentümer hat ganz andere Ziele im Visier. Er verwandelt das ehemalige Lokal in sechs Eigentumswohnungen mit Blick zur Havel. Mit Größen ab 80 Quadratmetern können auch kleinere Familien ab Februar 2005 ihren Wohntraum am Wasser verwirklichen.Herzstück des Schützenhauses mit dem markanten Zwiebelturm war und ist ein 180 Quadratmeter großer Saal. Erbaut im Jahre 1886, war er lange Jahre nicht nur Anlaufstelle für Schützen, sondern auch für Ausflugsgäste. In dem kleinen Restaurant mit Tanzfläche und Bühne soll sogar Berliner Prominenz aufgetreten sein. "Der Saalbau war über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt. Unter anderem sorgten hier Brigitte Mira und Bully Buhlan für Stimmung", sagt der Geschäftsführer von Radius-Immobilien, Karsten Vaelske. Wo einst die Nordberliner über das Parkett fegten entsteht jetzt ein großzügiges Loft. Auch wenn die Funktion des Raumes eine andere sein wird, soll das ursprüngliche Erscheinungsbild erhalten bleiben. So restauriert ein Denkmalpfleger die zehn Meter hohen Stuck-Decken. Es wird wieder Parkett verlegt und auch die originalen Holztreppen hin zur Tanzfläche sollen erhalten bleiben. Neben dem Loft gibt es im Schützenhaus fünf weitere Wohnungen. Auch hier entspricht die Raumaufteilung den Original-Plänen aus dem 19. Jahrhundert. "Da das Schützenhaus zwischenzeitig als Flüchtlingsheim umfunktioniert wurde, mussten wir einige Mauern wieder einreißen", sagt Vaelske. Aus kleinen Zimmerchen wurden so wieder Wohnungen zwischen 80 und 140 Quadratmetern. Die größte Wohnung mit vier Zimmern erstreckt sich dabei über drei Etagen.Anlegestelle inklusiveEine Besonderheit des Schützenhauses ist die Nähe zur Havel. Nur der Garten trennt die Terrassen und Balkone vom Wasser. Wer ein Boot besitzt, kann am gemeinsamen Steg einen Liegeplatz erwerben. Alle Eigentümer sollen außerdem Zutritt zu einer Sonnenplattform haben. Auf den Bauplänen ragt sie zehn Meter in den Fluss hinein und soll rund 40 Quadratmeter groß werden. Allerdings wird der Steg erst im Mai 2005 fertig sein. ------------------------------Foto: Ehemaliger Treffpunkt der Berliner Prominenz: Brigitte Mira und Bully Buhlan sorgten hier für Stimmung.
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