Edelmetalle

Ausgerechnet der Krieg drückt den Goldpreis – Großbank warnt vor dem nächsten Absturz

Goldpreis aktuell: Bank of America warnt vor Rückgang auf 3750 Dollar je Feinunze. Warum der hohe Ölpreis Gold belastet und was Experten erwarten.

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Goldbarren und Goldmünzen: Seit dem Ölpreisanstieg im August hat der Goldpreis rund acht Prozent verloren. Die Bank of America hält einen Rückgang auf 3750 Dollar je Feinunze für möglich. Symbolbild.

Goldbarren und Goldmünzen: Seit dem Ölpreisanstieg im August hat der Goldpreis rund acht Prozent verloren. Die Bank of America hält einen Rückgang auf 3750 Dollar je Feinunze für möglich. Symbolbild.

© imago stock&people

Raketen im Nahen Osten, Tanker in Gefahr, Öl über 100 Dollar. Früher hätten Goldbesitzer bei solchen Nachrichten die Sektkorken knallen lassen.

Diesmal verlieren sie Geld. Seit der Ölpreis am 20. August über 90 Dollar je Barrel gesprungen ist, hat Gold rund acht Prozent eingebüßt. Das hat die Bank of America in einer aktuellen Analyse ausgerechnet.

Die US-Großbank erwartet, dass es noch tiefer geht. Bis Jahresende könnte die Feinunze auf 3750 Dollar fallen.

Goldpreis aktuell: knapp 3680 Euro je Feinunze

Zum Wochenschluss kostete die Feinunze rund 4140 Dollar. In Euro sind das laut gold.de knapp 3680 Euro.

Hinter Goldanlegern liegt ein schwacher Monat. Im September verlor das Edelmetall nach Reuters-Daten rund 6,6 Prozent.

Ölpreis und Goldpreis: Darum hängt beides zusammen

Teures Öl heizt die Inflation an. Die US-Notenbank Fed hat dann keinen Spielraum für Zinssenkungen, an den Märkten wird sogar über eine weitere Erhöhung spekuliert.

Hohe Zinsen machen US-Staatsanleihen attraktiv und stärken den Dollar. Gold bringt keine Zinsen und wird für Käufer außerhalb der USA teurer. Beides kostet Nachfrage.

Die Zahlen der Bank zeigen, wie stark dieser Effekt ist. Seit dem 20. August stieg der Ölpreis um rund 15 Prozent, der Dollar-Index um mehr als zwei Prozent. Die Renditen von US-Anleihen legten um etwa einen halben Prozentpunkt zu.

US-Jobbericht: Gold steigt – und fällt sofort zurück

Wie eng Gold derzeit am Ölpreis hängt, zeigte der Freitag. In den USA entstanden im September nur 29.000 neue Stellen, erwartet worden waren rund 90.000. Das meldet Börse Online.

Ein schwacher Arbeitsmarkt spricht für sinkende Zinsen. Gold sprang deshalb zunächst in Richtung 4200 Dollar.

Am Nachmittag kletterte die Ölsorte Brent wieder über 100 Dollar. Die Anleiherenditen drehten ins Plus, Gold sackte zurück. An der Marke von 4200 Dollar scheitert der Preis seit Tagen, analysiert das Finanzportal wallstreet-online.

Krügerrand und Goldbarren: So viel wären sie bei 3750 Dollar wert

Was heißt die Warnung für alle, die Münzen oder Barren im Schließfach haben? Die Berliner Zeitung hat nachgerechnet, bei unverändertem Euro-Kurs.

Ein Krügerrand mit einer Unze Feingold hat heute einen Materialwert von knapp 3680 Euro. Bei 3750 Dollar wären es noch rund 3330 Euro, also etwa 350 Euro weniger.

Beim 100-Gramm-Barren sinkt der Materialwert von rund 11.830 auf etwa 10.710 Euro. Das ist ein Minus von gut 1100 Euro.

Realisiert ist dieser Verlust erst beim Verkauf. Wer Gold seit 2024 oder früher besitzt, liegt auch bei 3750 Dollar noch deutlich im Plus.

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Worst Case: Ölpreis bei 150 Dollar

Die Bank hat auch einen düsteren Fall durchgerechnet. Steigt der Ölpreis wegen des Iran-Kriegs auf 150 Dollar, könnte Gold 2027 im Schnitt nur noch 3500 Dollar kosten. Umgerechnet wären das rund 3110 Euro.

Als wahrscheinlich gilt dieses Szenario der Bank nicht. Für das zweite und dritte Quartal 2027 sieht sie Gold im Schnitt sogar bei 5000 Dollar.

Skeptischer ist die britische HSBC. Sie hat ihre Prognose für den durchschnittlichen Goldpreis 2026 laut Börse Express auf 4490 Dollar gesenkt.

Goldpreis-Prognose: Die Marke von 3950 Dollar entscheidet

Charttechniker blicken jetzt auf die Zone zwischen 3950 und 4000 Dollar. Hält sie, ist eine Gegenbewegung möglich.

Bricht sie, könnte es schnell gehen. Das Finanzportal aus Berlin hält dann einen Fall bis auf 3500 Dollar für denkbar.

Was gegen einen Goldpreis-Crash spricht

Notenbanken wie die aus China und Polen kaufen weiter Gold. In börsengehandelte Gold-Fonds flossen nach Angaben desselben Wiener Börsendienstes allein im August rund 18 Milliarden Dollar.

Genau darin sieht die Bank of America aber auch ein Risiko. Viele dieser Anleger sind erst kürzlich eingestiegen. Fallen die Kurse weiter, könnten sie nervös verkaufen und den Rückgang beschleunigen.

Wer in den kommenden Wochen wissen will, wohin der Goldpreis läuft, schaut deshalb besser zuerst auf den Ölpreis. Über das Gold im Schließfach wird in diesem Herbst nicht in Zürich oder London entschieden, sondern in der Straße von Hormus.

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

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